13.04.2017  Historischer Energiewende-Durchbruch

Erste Offshore-Windparkbetreiber verzichten komplett auf Subvention

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Offshore-Windpark: Wird Windstrom bald komplett wettbewerbsfähig?
DPA
Offshore-Windpark: Wird Windstrom bald komplett wettbewerbsfähig?

Novum im deutschen Energiewende-Prozess: Vier Betreiber von Windparks in der Nordsee wollen mit deutlich weniger Förderung auskommen als gedacht. Zwei Energieversorger verzichten sogar komplett auf Subventionen und wollen sich über den freien Wettbewerb finanzieren.

Jahrzehntelang galt die Offshore-Windkraft als extrem teuer. Das ist nun offenbar vorbei. Vielmehr könnten die Rotoren auf See die Energiewende künftig sogar verbilligen.

Denn technischer Fortschritt und intensiver Wettbewerb haben nun dazu geführt, dass gleich zwei Energieversorger erstmals auf Subventionen für Windparks in der Nordsee verzichten. Die erste Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Windparks vor den deutschen Küsten hat damit deutlich größere Einsparungen erbracht als erwartet.

Den Zuschlag erhielten vier Windparks in der Nordsee mit einer Gesamtkapazität von 1490 Megawatt, teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit. Die Versorger EnBW und Dong Energy (Dänemark), die sich in der Ausschreibung durchgesetzt haben, verzichten bei drei Projekten komplett auf die Förderung - ihr Gebot lag bei 0,00 Cent pro Kilowattstunde. Ein weiteres Bauvorhaben einer Dong-Tochter erhält 6 Cent pro Kilowattstunde.

Null Cent bedeutet: Die Betreiber erwarten, dass sie die Windparks in der Nordsee komplett ohne öffentliche Förderung betreiben und sich aus dem Marktpreis für Strom finanzieren können. Das kommt einem historischen Durchbruch für die Energiewende gleich.

Denn damit wäre die Offshore-Windenergie komplett wettbewerbsfähig. Für die Stromverbraucher, die bislang die Förderung des Offshore-Windstroms über die EEG-Umlage mitfinanzieren, könnte das eine Entlastung bedeuten. Sie bezahlen allerdings weiterhin über die Netzentgelte den Anschluss der Anlagen an das Stromnetz.

Offshore-Strom wird derzeit mit 18,4 Cent pro Kilowattstunde gefördert

Zum Vergleich: Die aktuelle Förderung für Offshore-Strom liegt bei 18,4 Cent je Kilowattstunde, allerdings nur über acht Jahre, während die neuen Projekte über 20 Jahre gefördert werden. Die Windparks, die jetzt den Zuschlag erhalten haben, werden nach 2021 ans Netz gehen.

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