16.02.2017  Wettbieten um Hersteller von Grippostad und Ladival

Dritter Investor steigt in Kampf um Stada ein

Alle wollen was von ihm: Stadas Vorstandschef Matthias Wiedenfels.
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Alle wollen was von ihm: Stadas Vorstandschef Matthias Wiedenfels.

Der Bieterkampf um Stada gewinnt an Schärfe: Der hessische Arzneimittelhersteller hat nach eigenen Angaben inzwischen einen dritten Interessenten an der Hand. Dieser biete - bisher noch unverbindlich - 58 Euro je Aktie für die Übernahme von Stada, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Bad Vilbel bei Frankfurt mit.

Das entspricht 3,6 Milliarden Euro, 100 Millionen oder zwei Euro je Aktie mehr als der Finanzinvestor Cinven bisher zu zahlen bereit ist. Zwei voneinander unabhängige Quellen sagten manager-magazin.de, bei dem dritten Interessenten handele es sich um die Beteiligungsgesellschaft Bain Capital. Stada selbst nannte keinen Namen, betonte aber, das Angebot stehe unter bestimmten Bedingungen.

In der kommenden Woche werde ein konkretes Angebot des Finanzinvestors Advent erwartet, der zwar bereits offiziell Interesse bekundet, seine Offerte aber noch nicht beziffert hat, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen. Neben Bain Capital, Cinven und Advent gelten die Beteiligungsfirmen Permira und CVC als Interessenten für den Hersteller des Erkältungsmittels Grippostad und der Sonnenmilch Ladival. Keiner der genannten Finanzinvestoren wollte sich dazu äußern.

Die 58-Euro-Offerte setzt die anderen Bieter unter Zugzwang. Advent hatte zunächst vorsichtiger geplant als Cinven und wollte dessen 56-Euro-Angebot allenfalls leicht übertrumpfen. Nun liegt die Latte zwei Euro je Aktie höher. "Gleich zu Beginn 60 Euro auf den Tisch zu legen, wird sich aber kein Bieter trauen", sagte einer der Insider. Schließlich bekommen die Interessenten erst jetzt Zugang zu internen Daten, die ihnen eine genauere Analyse der Lage von Stada erlauben.

Am Ende könnten sich auch zwei Bieter verbünden, um Stada zu schlucken. Gespräche über solche Allianzen liefen bereits, sagten zwei Insider. Gerade für Cinven und Permira, in deren jüngsten Fonds jeweils sieben Milliarden Euro liegen, wäre eine Übernahme von Stada ein Kraftakt. Advent könnte sich den Kauf aus seinem 13-Milliarden-Fonds dagegen locker alleine leisten.

Während der Vorstand um Interims-Chef Matthias Wiedenfels als offen für einen Verkauf gilt, pochte der vom Pudding-Erben Carl Ferdinand Oetker geführte Aufsichtsrat bislang auf die Unabhängigkeit von Stada (Lesen Sie hier die Analyse zur Rolle Oetkers bei Stada in der März-Ausgabe des manager magazins). Das Unternehmen erklärte am Donnerstag, der Vorstand habe die volle Unterstützung des Kontrollgremiums in den Gesprächen. Gleichwohl beschloss der Aufsichtsrat die Einrichtung eines "Ad-hoc-Ausschusses" unter Leitung von Oetker, der den Vorstand bei den Gesprächen eng begleiten soll. Es gehe um die "Wahrung des Unternehmensinteresses", begründete Stada den ungewöhnlichen Schritt. Am Freitag tritt Insidern zufolge der Aufsichtsrat zusammen - in kompletter Besetzung.

Reuters, soc

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