17.01.2017  100 Millionen Dollar zur Amtseinführung

Wer für viel Geld mit Donald Trump feiern darf

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Am Freitag wird Donald Trump als neuer Präsident der USA vereidigt. Und wie jedes Mal spenden Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen rund um das Event und die darauf folgenden Tagen jede Menge Geld - nicht zuletzt in der Hoffnung, Gehör beim Präsidenten zu finden.

Wenn Donald Trump also auf dem Teppich schreitet, nach rechts und nach links winkt, dann dürfte er um die Spender wissen, die ihn umgeben. Da ist zum Beispiel Chevron. Der Ölriese hat laut "New York Times" (NYT) 500.000 Dollar für die Festlichkeiten zur Verfügung gestellt, Boeing soll sogar 1 Millionen Dollar gespendet haben.

Zu den Geldgebern sollen auch die Glückspiel-Titanen Miriam und Sheldon Adelson zählen, sowie der Logistikkonzern UPS und die Großbank JP Morgan Chase. Die Bank of America und Deloitte sollen wie schon zu Obamas Eröffnungsfeier 2013 gespendet haben. Mit von der Partie soll auch AT&T sein. Das Geld, das übrig bleibt, soll karitativen Einrichtungen zukommen, heißt es.

Insgesamt will das Team, das die Eröffnungsfeierlichkeiten plant, mehr als 100 Millionen Dollar aufgebracht haben. Das ist fast das Doppelte, was bisher jemals für die Feierlichkeiten rund um die Amtseinführung eines US-Präsidenten eingesammelt wurde.

Je höher die Spende desto exklusiver der Platz, desto näher am Geschehen

Im Gegenzug erhalten die Spender während der mit Dinnern, Empfängen und Konzerten vollgepackten Einweihungswoche exklusiven Zugang zum Präsidenten und seiner Crew. Das ist keineswegs ungewöhnlich, sondern gehört zum Prozedere der ersten Woche nach der Amtseinweihung. Unabhängig davon, welche Partei das Weiße Haus kontrolliert, kaufen sich Unternehmen und Einzelpersonen so alle vier Jahr einen direkten Zugang zum Präsidenten.

Die einzelnen Spenden reichen dem Bericht zufolge von 25.000 Dollar bis mehr als 1 Millionen Dollar. Abhängig von der Höhe des Geldbetrags erhalten die Spender Zugang zu verschiedenen Events und können so zum Beispiel Trumps Amtseid aus nächster Nähe verfolgen. Oder sie dürfen an der Parade oder dem Eröffnungsball teilnehmen.

Angeblich ist der Höhe der Spenden keine Grenze gesetzt. Kritiker bemängeln dies, da sich vor allem wohlhabende Spender so nahezu ungehindert Zugang zum Präsidenten erkaufen können, der doch eigentlich versprochen hatte, den Washingtoner Sumpf auszutrocknen.

George W. Bush hatte zu seiner Amtseinführung zwar keine Grenze für die Geldspende vorgesehen. Allerdings durften 2001 Geschenke nicht teurer sein als 100.000 Dollar, 2005 lag die Grenze für Geschenke bereits bei 250.000 Dollar.

Barack Obama ging 2009 noch weiter. Er verbot alle Geschenke von Lobbyisten und Konzernen und erlaubte nur individuelle Geschenke bis zu einem Wert von 50.000 Dollar. Sein Fundraising-Team sammelte damals die Rekordsumme von 53 Millionen Dollar Dollar ein. Im Jahr 2013 lockerte er die Beschränkungen und akzeptierte Firmengeschenke bis zu einem Wert von 1 Millionen Dollar, individuelle Geschenke bis 250.000 Dollar.

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