11.01.2017  Siemens, Daimler, Deutsche Bank und jetzt VW

Wie deutsche Konzerne mit US-Aufpassern klarkommen

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Larry Thompson wird wohl der Louis Freeh von Wolfsburg. Mit dem Vorschlag, den früheren FBI-Direktor Freeh als Berater zu holen, der den Konzern auf Sinn für Recht und Gesetz trimmt, war Vorstand Christine Hohmann-Dennhardt vor einem Jahr noch abgeblitzt.

Freeh würde den Betrieb lahmlegen, hohe Rechnungen stellen und eine Doppelstruktur zu Hohmann-Dennhardts eigenen Compliance-Truppen schaffen, fürchteten Betriebsräte und Manager. Die Rolle des Amerikaners als gerichtlich bestellter "Compliance Monitor" beim Wettbewerber Daimler hat deutschlandweit Eindruck hinterlassen.

Genau so eine "unabhängige Aufsichtsperson" bekommt künftig aber auch Volkswagen , wie das US-Justizministerium im Januar bestätigte. Die Bestellung eines solchen Monitors für die kommenden drei Jahre sei Teil des Vergleichs mit Justizministerium und Zoll, teilt der Autohersteller mit.

Kaum drei Wochen nach dieser Einigung hat Hohmann-Dennhardt ihren Job bei Volkswagen vorzeitig beendet, laut Konzern "aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über Verantwortlichkeiten und die künftigen operativen Arbeitsstrukturen in ihrem Ressort". Laut "Spiegel" kostet der frühe Abschied zwölf Millionen Euro.

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