30.12.2016  Abhebende Kurse und krasse Comebacks

Diese Aktien haben uns überrascht

Von

Schwieriger Partner: Adidas-Markenträger Kanye West mit Ehefrau Kim Kardashian
AFP
Schwieriger Partner: Adidas-Markenträger Kanye West mit Ehefrau Kim Kardashian

Nike hat es geschafft. Mit der portugiesischen Nationalmannschaft rüstet der US-Sportartikelhersteller erstmals den Fußball-Europameister aus (und Vize Frankreich trägt auch noch den Nike-"Swoosh"). Die ureigene Domäne des deutschen Rivalen Adidas ist erobert. Für dessen Verkäufe von Fanartikeln kann das nicht gut sein. Und Adidas-Modekunden, die sich nicht für Fußball interessieren, werden kaum vom Nervenzusammenbruch und irritierenden Auftritten des Markenträgers Kanye West zum Jahresende begeistert sein.

Aber was macht die Aktie der Firma aus Herzogenaurach? Sie steigt und steigt und steigt. Um zwei Drittel über das Jahr 2016, mit großem Abstand der stärkste Wert im Dax - und das schon zum zweiten Mal in Folge, während der Kurs des ewigen Siegers Nike nach unten zeigt. Es ist das Spiegelbild von 2014, als Adidas trotz des WM-Titels von Dauerpartner DFB zum Krisenfall und Dax-Schlusslicht geriet, zu einer der Lieblingsaktien von Hedgefonds, die mit Leerverkäufen auf fallende Kurse wetten.

Die Kritik an verpassten Trends, viel zu teurem Sport-Sponsoring und ohnehin schon riskanter Bewertung der Aktie ist heute kaum weniger gültig. Adidas-Aktien sind inzwischen 30-mal so teuer wie ihr Anteil am Jahresgewinn - ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für Zocker. Aber verzockt haben sich eben die anderen, die aggressiven Investoren, die gegen Adidas wetteten. Oder sie wurden zu Freunden der Gesellschaft bekehrt.

Jetzt lobhudelt der australische Leerverkäufer John Hempton, der sonst professionell Firmen fertig macht. Die kurzen Zyklen im Modegeschäft seien für ihn zwar nicht zu verstehen, aber "Adidas wächst jetzt explosiv", die Zahlen seien durchweg besser und "wir finden uns in einer anderen Galaxis wieder". Der neue Chef Kasper Rorsted, als Margenquetscher bekannt von Henkel , habe es einfach drauf. Die Hürde für den Dänen hängt allerdings hoch: In der Amtszeit des Vorgängers Herbert Hainer hat sich der Börsenwert verzehnfacht.

1 / 3

Mehr zum Thema