08.10.2016  Was kommt nach der WM mit 48 Ländern?

Wie Fifa-Präsident Infantino den Weltfußball umkrempelt

Eine Satire von
Gianni Infantino, Fußballwelt-Verbesserer
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Gianni Infantino, Fußballwelt-Verbesserer

Eine WM mit 48 Teams und Playoffs, dazu in mehreren Ländern - mit ein paar "verrückten Gedankenspielen" ("Bild") hat Fifa-Präsident Gianni Infantino in der vergangenen Woche für Aufsehen gesorgt. "Mehr Länder und Regionen wären dann glücklich", sagte Infantino zu einer größeren WM. Den Zusatz "und wählen mich auch für die nächste Amtszeit wieder" hat sich der Schweizer allerdings irgendwie verkniffen.

Eine Weltmeisterschaft mit Lesotho und den Turks-und-Caicos-Inseln ist allerdings nicht die einzige Verbesserung, die Infantino der Fußballwelt bescheren wird. manager-magazin.de liefert einen exklusiven Ausblick auf die größten Fifa-Veränderungen der kommenden Monate:

Der FIFA-Draft

Drafts machen Spaß (Symbolbild)
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Drafts machen Spaß (Symbolbild)

Im US-Sport gehört er zu den Höhepunkten des Jahres: Alle zwölf Monate balgen sich die großen Vereine von Base- und Basketball, Football und Eishockey um die größten Nachwuchstalente der Colleges. Üblicherweise darf zuerst das schlechteste Team der Vorsaison wählen, welcher Millionär in spe künftig Homeruns oder Dunkings, Touchdowns oder Tore für es erzielen darf. Um den großen US-Sportmarkt zu erschließen, wird Infantino dieses System auch im Weltfußball etablieren.

Karamoko Dembele, das 13-jährige Talent von Celtic Glasgow, über das zuletzt halb Fußball-Europa sprach? Spielt ab 2017 für Gibraltar. Marco Reus? Hat zu viele große Turnier verpasst und ist damit draftbar - Somalia reibt sich schon die Hände. Ein wichtiger Vorteil des Systems ist zudem: Legt man den Draft in die sonst arg ereignisarmen Winterwochen, hat die darbende Fußballpresse wochenlang Möglichkeiten für ihr liebstes Thema: Spekulationen.

Populärere Team-Namen

Ebenfalls für den amerikanischen Markt gedachte Verbesserung. "Deutschland gegen Tschechien" reißt dort kaum jemanden vom Hocker, wenn man stattdessen "Eagles gegen Lions" oder "Titans gegen Dolphins" sehen könnte.

Infantino hat verschiedenen Landesverbänden bereits erste Vorschläge zukommen lassen. England und Belgien können als "Three Lions" und "Red Devils" weiterleben. Deutschlands "Die Mannschaft" muss allerdings den "German Bavarians" weichen, das Wiesentrikot von 1860 München ersetzt wegen das traditionelle weiße Leibchen. In Lateinamerika tummeln sich künftig die "Argentinia Gauchos", die "Peru Inka Warriors" - und der Lieblings jedes Fußballfunktionärs, die "Panama Tax Attorneys".

Mehr Platz für Investoren

Um festgefahrene Strukturen im Fußball durcheinanderzuwirbeln, braucht man, das werden Ihnen die Fans von Manchester City und Rasenballsport Leipzig bestätigen, vor allem eins: Massen an fremdem Geld.

Wollte ein Land bislang im internationalen Fußball erfolgreich sein, musste es bislang darauf hoffen, durch Zufall (und Nachwuchsleistungszentren) irgendwann einmal eine ganze Generation von Ausnahmekönnern hervorzubringen - oder Otto Rehhagel verpflichten. Künftig will die Fifa allerdings investitionsfreudigen Nationen aus dem Nahen Osten erlauben, neben einzelnen Vereinen auch in Nationalteams zu investieren. Als erste Kandidaten werden aktuell Pakistan (Riesenmarkt, aber nur Platz 194 der Welt), Namibia (klimatisch interessant, Platz 121) und Kanada (Sympathiebonus, Platz 103) gehandelt.

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