09.09.2016  Merck verzichtet für verstorbenen Fan

Was Bundesligisten für ihre Stadionnamen kassieren

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300.000 Euro zahlt der Dax-Konzern Merck pro Saison für die Namensrechte am Darmstädter Böllenfalltor, zeigt die Grafik von Statista. Wenn die Lilien am Samstag zum ersten Heimspiel der Saison auflaufen, werden sie das Derby gegen Eintracht Frankfurt allerdings nicht im Merck-Stadion spielen - sondern im "Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor".

"Johnny" Heimes war eine der zentralen Figuren der Darmstädter Fußball-Renaissance der vergangenen Jahre: "Er war ein starker Begleiter des Darmstädter Erfolgs", sagte Vereinspräsident Rüdiger Fritsch der "Hessenschau" - war, denn der krebskranke Heimes ist im März verstorben.

Heimes-Ehrung (zum Vergrößern klicken)
DPA
Heimes-Ehrung (zum Vergrößern klicken)

Zu Lebzeiten hatte Heimes die Stiftung "Du musst kämpfen" ins Leben gerufen - mit Armbändern mit diesem Spruch sammelte er über eine halbe Million Euro für krebskranke Kinder ein. Darmstädter Spieler trugen sie im 2014er Relegationsspiel zur zweiten Liga gegen Arminia Bielefeld, sie hätten dort, so Trainer Dirk Schuster, für einen Extra-Motivationsschub gesorgt. Als die Lilien 2015 in die erste Liga durchmarschierten, holten sie Heimes bei der Aufstiegsfeier auf die Bühne.

Darmstadt ist nicht der einzige Bundesligaclub, dessen Stadion trotz verkaufter Namensrechte nicht wie ein Unternehmen heißt: Der Hamburger Fußballpate Claus-Michael Kühne zahlt jährlich etwa vier Millionen Euro für das "Volksparkstadion". Der Logistik-Milliardär hatte den Rothosen in den vergangenen Jahren immer wieder unter die Arme gegriffen. Um ihn zu bedienen, hat der Verein jüngst eine Stadionanleihe aufgelegt.

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