12.08.2018  Ende des Dauer-Booms

Weltwirtschaft vor dem Realitätsschock

Eine Kolumne von Henrik Müller
Donald Trump (l.) und Türkei-Chef Recep Tayyip Erdogan.
AP
Donald Trump (l.) und Türkei-Chef Recep Tayyip Erdogan.

Seit Dezember verschlechtert sich das Wirtschaftsklima in Deutschland. Ganz allmählich, aber doch stetig. Jeden Monat befragt das Münchner Ifo-Institut einige tausend Manager danach, wie sie ihr geschäftliches Umfeld einschätzen. Die Ergebnisse fallen immer düsterer aus. Inzwischen macht sich Pessimismus breit.

International das gleiche Bild: Im übrigen Europa, in den USA, in den großen Schwellenländern - mit der Stimmung geht's bergab. Zwar halten die Unternehmen die aktuelle Geschäftslage vielerorts noch für gut. Aber die Umfragen zeigen, dass sie immer skeptischer werden, was die Zukunft angeht. In einer solchen Konstellation geben sie typischerweise weniger Geld aus, was wiederum den Abschwung beschleunigt.

Noch wächst die Wirtschaft (Dienstag gibt es neue Zahlen vom zweiten Quartal). Noch steigt die Beschäftigung. Aber wie lange noch? Und: Was dann?

Die Lage ist vor allem deshalb heikel, weil die nächste Rezession anders verlaufen wird als die Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahrzehnte. Regierungen und Notenbanken können kaum noch gegensteuern. Bei aller Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Konjunktur, so lässt sich eines doch mit Sicherheit sagen: Die Zeiten werden rauer.

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