18.04.2018 
China will sich für Autobauer ganz öffnen

Nun können VW und Co in China richtig angreifen

Von
Volkswagen produziert und verkauft so viele Autos in China wie kein anderer Autobauer
DPA
Volkswagen produziert und verkauft so viele Autos in China wie kein anderer Autobauer

China will seinen Markt für Autos, Flugzeuge und Schiffe ganz öffnen. Ausländische Unternehmen sollen für Geschäfte in dem Land dann nicht mehr auf einheimische Partner angewiesen sein. Tesla-Chef Elon Musk dürfte die Ansage aus Peking aufmerksam verfolgen. Für deutsche Autobauer hat China mittlerweile existentielle Bedeutung. Auch deshalb investieren sie dort Milliarden.

Die Staatsführung in Peking hat am Dienstag ihre vor Wochenfrist angekündigten Pläne konkretisiert, die weltgrößte Volkswirtschaft für ausländische Investoren und Unternehmen weiter zu öffnen. Käme es so, böten sich insbesondere deutschen Autobauern bislang nicht gekannte Möglichkeiten im Reich der Mitte, dürften sich auch die Handelsbeziehungen mit China auf mittlere Sicht grundlegend neu gestalten - der angespannten aktuellen Situation zwischen den USA und China zum Trotz.

Denn ausländische Autokonzerne sollen in China bald nicht mehr auf einen Partner angewiesen sein. Im Geschäft mit Nutzfahrzeugen solle die Grenze für ausländische Beteiligungen im Jahr 2020 fallen, bei Pkw im Jahr 2022, teilte die staatliche Kommission für nationale Entwicklung und Reformen am Dienstag mit.

Bisher dürfen ausländische Autobauer in dem Land nur aktiv sein, wenn sie dafür Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischen Firmen gründen. An diesen dürfen sie nicht mehr als die Hälfte der Anteile halten. Von der Streichung solcher Regeln sollen auch andere Branchen profitieren. So sollen die Grenzen beim Bau von Autos mit alternativen Antrieben, im Schiffsbau und bei Flugzeugherstellern bereits im laufenden Jahr fallen.

Kommt Tesla jetzt schneller zu seiner Elektroautofabrik?

Tesla produziert bislang keine Autos in China
REUTERS
Tesla produziert bislang keine Autos in China

Elon Musk dürfte die Nachricht mit besonders hohem Interesse verfolgen. Schon lange ringt der Tesla-Chef mit der Administration in Shanghai um den Bau einer Elektroautofabrik. Weil sich Musk aber nicht in ein Joint Venture mit einem chinesischen Partner begeben wollte, sondern die Fabrik für sich allein und damit auch die alleinige Kontrolle über die Verkaufserlöse für sich beanspruchte, kam er trotz langer Verhandlungen nicht zum Zug. Das könnte sich nun ändern.

Die geplanten Erleichterungen könnten aber vor allem Herstellern wie VW, BMW und Daimler bis hin zu General Motors , Ford und Toyota helfen, ihre Produktion in dem Land nach ihren Vorstellungen auszubauen.

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