27.09.2018 
Schlüsselsatz jetzt in Spanne von 2 bis 2,25 Prozent

Fed erhöht Leitzins und will nachlegen

Hört die Signale, die ihm wichtig sind: Fed-Chairman Jerome Powell.
REUTERS
Hört die Signale, die ihm wichtig sind: Fed-Chairman Jerome Powell.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins erneut angehoben und will bis Ende 2019 noch vier Mal nachlegen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld steigt um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent, wie die US-Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch mitteilten.

Die Anhebung vergrößert die Lücke zu der Euro-Zone: Dort hält die Europäische Zentralbank den Leitzins seit 2016 bei 0 Prozent.

Für die Fed war es bereits der dritte Schritt nach oben in diesem Jahr - nach entsprechenden Entscheidungen im März und Juni. Wahrscheinlich wird noch eine weitere Erhöhung gegen Jahresende hinzukommen, wie aus dem aktualisierten Zinsausblick der Währungshüter hervorgeht. 2019 sollen drei Schritte nach oben folgen, so wie es die Notenbank bereits im Sommer signalisiert hatte.

Die Fed reagiert damit auf die boomende US-Wirtschaft mit Vollbeschäftigung auf dem Arbeitsmarkt. Mit den Zinserhöhungen kann die Notenbank einer Überhitzung der Konjunktur vorbeugen, die von US-Präsident Donald Trumps radikaler Steuerreform zusätzlich befeuert wird.

Zuletzt hatte es Bedenken gegeben, der Handelskrieg mit China könne die US-Wirtschaft stark einbremsen und steigende Zinsen könnten diesen Effekt noch verstärken. Die Fed dagegen taxierte am Mittwoch das von ihr erwartete Wachstum für die US-Wirtschaft auf mehr als 3 Prozent für dieses Jahr.

Den Handelskrieg mit China sparte die Notenbank in der Erläuterung ihres Zinsschrittes dagegen komplett aus. US-Präsident Trump hatte jüngst die Zinsanhebungen der Notenbank kritisiert. Er sei davon "nicht begeistert" ("not thrilled").

Reuters, soc

Mehr zum Thema