16.09.2018 
Handelsstreit geht weiter

Trump plant schon wieder neue Zölle gegen China

Bemühtes Lächeln: Um die Beziehungen zwischen den USA und China stand es schon mal besser.
AP
Bemühtes Lächeln: Um die Beziehungen zwischen den USA und China stand es schon mal besser.

Im Handelsstreit mit China setzt US-Präsident Donald Trump offenbar weiter auf Konfrontation. Trump werde seine Drohung wahr machen und neue Strafzölle in Höhe von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar verhängen, berichteten US-Medien. Das "Wall Street Journal" und die "New York Times" berichteten am Samstag (Ortszeit) unter Berufung auf hochrangige Kreise, Trump habe beschlossen, Sonderzölle auf chinesische Güter im Wert von 200 Milliarden Dollar zu verhängen - dies wolle er in wenigen Tagen verkünden. Das "Wall Street Journal" schrieb, eine solche Ankündigung sei vermutlich am Montag oder Dienstag zu erwarten. Bislang war mit Importaufschlägen von 25 Prozent gerechnet worden.

Trump hatte seit Juli bereits Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 50 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt. Peking reagierte mit Strafzöllen auf US-Waren in gleichem Umfang.

Die USA werfen China unter anderem Diebstahl geistigen Eigentums vor. Trump stört sich zudem am seiner Auffassung nach zu hohen Defizit der USA im Handel mit China. Die Gespräche zwischen den beiden Wirtschaftsmächten zur Beilegung Handelsstreits verliefen bislang ergebnislos. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine neue Verhandlungsrunde.

Trump hatte bereits vor längerer Zeit angedroht, dies in einem zweiten Schritt um Sonderzölle auf chinesische Güter im Umfang von 200 Milliarden US-Dollar zu erweitern. Dies würde zusammen etwa die Hälfte aller jährlichen Importe aus China in die USA betreffen. Die Regierung in Peking wiederum hatte angekündigt, auf diese Zölle mit Gegenmaßnahmen zu reagieren.

Vor gut einer Woche hatte Trump die Drohkulisse gegenüber China noch mal ausgeweitet und eine dritte Eskalationsstufe in Aussicht gestellt: Er drohte Peking weitere Zölle auf Waren im Wert von 267 Milliarden Dollar an. Sollte es auch dazu kommen, wären damit schließlich alle US-Importe aus China mit Sonderzöllen belegt. Den Medienberichten zufolge will Trump nun zunächst die zweite Eskalationsstufe in Gang setzen.

cr/AFP/dpa

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