14.12.2017  World Inequality Report

Das merkwürdig kleine Vermögen der Deutschen

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Eigenheim: Nicht typisch deutsch
DPA
Eigenheim: Nicht typisch deutsch

Alle reden darüber, aber niemand weiß wirklich Bescheid. Die ungleiche Verteilung von Vermögen und Einkommen ist seit Jahren das polit-ökonomische Großthema schlechthin. Der Pariser Ökonom Thomas Piketty, der vor vier Jahren mit seinem Bestseller "Das Kapital im 21. Jahrhundert" die neue Kapitalismusdebatte einläutete, musste seither seine Datenbasis und deren Interpretation verteidigen.

An diesem Donnerstag hat Piketty zusammen mit einem globalen Netzwerk von Kollegen den "World Inequality Report" vorgelegt. Es ist ein Versuch, der Debatte nachträglich noch ein solides Fundament aus umfassenden Belegen zu geben. 175 Millionen Einzeldaten haben die Forscher zusammengetragen.

Der Befund ist klar: Der Anteil der Reichen und besonders der Superreichen am Einkommen nimmt weltweit zu, ungefähr seit 1990, mit wenigen Ausnahmen wie dem Nahen Osten oder Südamerika - wo die Ungleichheit aber auf hohem Niveau stagniert, gewissermaßen das globale Maximum markiert.

Deutschland: 10 Prozent der Bürger haben 40 Prozent des Einkommens

Europa hingegen erscheint in dem Bericht als vergleichsweise egalitäres Sozialparadies, wenngleich auch hier das Gros der Bevölkerung von den Wohlstandsgewinnen der vergangenen Jahrzehnte teilweise abgehängt wurde - aber auch dieses Wachstum der Ungleichheit erscheint im globalen Vergleich moderat.

In Deutschland haben die Top 10 Prozent den Angaben zufolge rund 40 Prozent am Gesamteinkommen. "Ihr Anteil ist seit Mitte der 90er Jahren gestiegen", erklärt Charlotte Bartels vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die die deutschen Daten auswertete.

"Die unteren 50 Prozent haben in den letzten Jahren massiv an Anteil am Gesamteinkommen verloren. In den 60er Jahren verfügten sie noch über etwa ein Drittel, heute sind es noch 17 Prozent", erläuterte die Wissenschaftlerin. "Einschließlich Sozialtransfers, die mit den Bruttoeinkommen nicht erfasst werden, sehen die Zahlen für die unteren Einkommen vermutlich aber besser aus."

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