13.07.2018  Dank Steuerreform

JP Morgan und Citigroup steigern Gewinne zweistellig

JP Morgan Chef Jamie Dimon: Danke, Donald
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JP Morgan Chef Jamie Dimon: Danke, Donald

Die gute Konjunktur und gesunkene Steuern lassen bei JP Morgan die Kassen klingeln. Der Gewinn der größten US-Bank stieg im zweiten Quartal um 18 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar. "Das Unternehmen hat in diesem Quartal Rekordergebnisse eingefahren", zog JP-Morgan-Chef Jamie Dimon am Freitag Bilanz. Die Wirtschaft wachse weltweit, vor allem in den USA sei die Stimmung der Verbraucher und Firmen gut.

Die Nachfrage nach Krediten stieg, der Zinsüberschuss kletterte dank der höheren Leitzinsen in den USA um zehn Prozent. Auch das Investmentbanking brummte: Im Aktienhandel stiegen die Erträge um 24 Prozent, im Anleihehandel um sieben Prozent. Noch im Mai hatte die Bank die Erwartungen gedämpft und mit einem stagnierenden Handelsgeschäft gerechnet. Die Erträge des Konzerns kletterten um 6,5 Prozent auf 28,4 Milliarden Dollar.

Die US-Großbank Citigroup hat ihren Gewinn im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar gesteigert. Dabei profitierte die Bank insbesondere von den gesunkenen Steuern. Die Erträge legten lediglich um zwei Prozent auf 18,5 Milliarden Dollar zu.

Die US-Institute profitieren nicht zuletzt von Trumps Steuerreform. Bei JP Morgan sank der durchschnittliche Steuersatz binnen Jahresfrist auf 21 Prozent von 28 Prozent. Die Gewinnsteigerungen waren erwartet worden: Die Aktien von Citigroup und JP Morgan tendierten nach Bekanntgabe der Zahlen zunächst kaum verändert.

Wells Fargo enttäuscht mit Gewinnrückgang, Aktie fällt

Die US-Großbank Wells Fargo dagegen hat im zweiten Quartal wegen Sonderkosten und geringerer Erlöse deutliche Abstriche machen müssen. Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Gewinn um fast zwölf Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro), wie das Geldhaus am Freitag in San Francisco mitteilte. Finanzchef John Shrewsberry machte insbesondere eine Sonderlast von 481 Millionen Dollar an Einkommensteuern für den starken Rückgang verantwortlich.

Doch auch die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - sanken um rund drei Prozent auf 21,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten deutlich bessere Zahlen erwartet, die Aktie fiel zunächst um über drei Prozent. Nach Skandalen wegen fingierter Konten und anderer dubioser Praktiken kämpft das Institut mit Image-Problemen und hatte viel Ärger mit den Behörden. Bankchef Tim Sloan betonte aber, dass die internen Kontrollen weiter verbessert worden seien.

la/dpa

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