15.05.2018  Nach Trumps Kündigung des Atom-Abkommens

Was deutsche Unternehmen in Iran jetzt beachten sollten

Ein Gastbeitrag von Christoph H. Seibt und Amir-Said Ghassabeh
US-Präsident Donald Trump
REUTERS
US-Präsident Donald Trump

7. Teil: Wie frei ist die unternehmerische Entscheidung?

Die Vornahme nicht sanktionsverfangenen Iran-Geschäfts stellt dagegen eine unternehmerische Entscheidung dar. Die Geschäftsleitung handelt danach pflichtgemäß, wenn sie vernünftigerweise annehmen durfte, auf der Grundlage angemessener Information zum Wohle der Gesellschaft zu handeln (Business Judgement Rule). Sie muss dabei die Vor- und Nachteile der geplanten Iran-Geschäftsaktivität miteinander abwägen, wobei ihr bei der Beurteilung des Gesellschaftswohls ein weiter Ermessensspielraum zukommt.

Bei der Abwägung können viele verschiedene Aspekte eine entscheidende Rolle spielen, wie zum Beispiel die Profitabilität des potentiellen Iran-Geschäfts, Reputationsaufbau in Iran, mögliche Schädigung des bestehenden oder zukünftigen US-Geschäfts, potentieller Erlass neuer Sanktionen et cetera. In diesem Zusammenhang sind nicht nur die finanziellen Auswirkungen der Entscheidung, sondern auch die nicht-finanziellen Konsequenzen zu berücksichtigen. Dazu kann auch die Erschwerung der Abwicklung solcher Geschäftsbeziehungen (wie etwa im Zahlungsverkehr) gehören.

In jedem Fall sollte die Geschäftsleitung auf eine angemessene Kommunikation - sowohl intern als auch extern - achten und den rechtlich möglichen und geschäftspolitisch gewünschten Handlungsrahmen Mitarbeitern nachgeordneter Führungsebenen, aber auch Lieferanten, Kunden und sonstigen Netzwerkpartnern klar kommunizieren.

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