28.01.2019 
Howard Schultz for President

Ex-Starbucks-Chef strebt ins Weiße Haus

Howard Schultz: Der ehemalige Starbucks-Chef erwägt, als unabhängiger Kandidat in den US-Wahlkampf einzuziehen
REUTERS
Howard Schultz: Der ehemalige Starbucks-Chef erwägt, als unabhängiger Kandidat in den US-Wahlkampf einzuziehen

Der ehemalige Starbucks-Chef Howard Schultz strebt als unabhängiger Kandidat die US-Präsidentschaft an. Er habe bereits mit den Vorbereitungen begonnen, um in allen 50 Staaten an der Wahl teilnehmen zu können, sagte der 65-jährige Ex-Chef der Café-Kette der "New York Times" am Sonntag.

Er plane, die USA in den kommenden drei Monaten zu durchqueren, bevor er dann wirklich entscheide, ob er an dem Rennen teilnehme. "Wir haben ein kaputtes politisches System, in dem beide Parteien (Demokraten und Republikaner) grundsätzlich im Geschäft sind, um ihre eigene Ideologie zu bewahren, ohne Anerkennung und Verantwortung, die Interessen des amerikanischen Volks zu vertreten", sagte Schultz, der sich selbst als lebenslangen Demokraten bezeichnete.

In der CBS-Sendung "60 Minutes" sagte Schultz, Donald Trump sei für das Präsidentenamt "nicht qualifiziert". Zudem kümmerten sich weder Trumps Republikaner noch die oppositionellen Demokraten darum, "was im Interesse des amerikanischen Volks nötig ist". Die beiden großen Parteien seien stattdessen "tagtäglich" mit "Rachepolitik" beschäftigt.

Schultz machte beide Parteien für die hohe Staatsverschuldung der USA verantwortlich und sprach in diesem Zusammenhang von einem "Versagen bei ihrer verfassungsmäßigen Verantwortung". Die Befürchtung, dass er den Demokraten entscheidende Stimmen wegnehmen und Trump so zu einer zweiten Amtszeit verhelfen könnte, wies Schultz zurück: "Ich will das amerikanische Volk gewinnen sehen, ich will Amerika gewinnen sehen."

Unabhängige Präsidentschaftsbewerber haben kaum Chancen

Einer der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, der ehemalige Wohnungsbauminister Julián Castro, sagte im Sender CNN, wenn Schultz als Unabhängiger ins Rennen gehe, könne Trump sich "größte Hoffnungen" auf eine Wiederwahl machen.

Bei US-Präsidentschaftswahlen haben faktisch nur die Kandidaten von Demokraten und Republikanern eine Chance. Unabhängige Kandidaten haben aber immer wieder Achtungserfolge erzielt, die dann zu Lasten einer der beiden Großparteien gingen. In einem Jahr beginnen in den USA die wichtigen parteiinternen Vorwahlen.

Der 65-Jährige Schultz war im vergangenen Jahr bei Starbucks als Vorsitzender zurückgetreten. Seit 1982 war er für die Café-Kette tätig und hatte sie von einem kleinen Coffeeshop in Seattle zu einem Weltkonzern ausgebaut. Nach seinem Rücktritt hatte er gesagt, er überlege nun, was er machen könne, um für die Zukunft der USA am nützlichsten zu sein.

mg/dpa-afx, afp

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