12.02.2018 
Wichtiger Rohstoff für Elektroauto-Batterien

China drängt im Kobalt-Wettrennen ganz nach vorne

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Kobalt-Fabrik im Kongo: China investiert auf allen Stufen in dem Land
REUTERS
Kobalt-Fabrik im Kongo: China investiert auf allen Stufen in dem Land

2. Teil: China kauft im Kongo auch ganze Minen auf

Im Kongo investieren chinesische Bergbau-Riesen auch in die Erschließung neuer Minen. So hat das Unternehmen China Molybdenum Co. dem US-Minenkonzern Freeport McMoRan eine große Kupfer- und Kobaltmine im Kongo abgekauft. Die staatliche kongolesische Minenfirma Gécamines baut gemeinsam mit der China Nonferrous Metal Mining Group (CNMC) eine Kobalt- und Kupfermine aus. Bei der Kobalt-Verarbeitung sind die Chinesen ohnedies längst deutlich führend: Vier Fünftel der weltweiten Kobaltsulfat-Produktion findet in China statt, zeigt eine Grafik des WSJ.

Und auch bei der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien dominiert China den weltweiten Output: So vereint China aktuell 56 Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Zellen auf sich, die weltweit bei 110 Gigawattstunden liegen. In den kommenden drei bis vier Jahren sollen in China noch weitere 150 Gigawattstunden hinzukommen - also deutlich mehr als in Tesla Gigafactory, die bis 2020 jährlich rund 35 Gigawattstunden an Lithium-Ionen-Zellen produzieren will.

Getrieben sei der Kapazitätsausbau in nicht durch den Markt, sondern durch die Vorgaben der chinesischen Regierung, meint ein Experte gegenüber dem WSJ. Seit dem Jahr 2011 fördert China den Bau von Elektroautos und Batterien massiv.

Warum es bessere Batterietechnologien schwer haben könnten

Für Konsumenten könnte dies zwar bald zu niedrigeren Batterie- und damit Elektroautopreisen führen, meint das WSJ. Doch Experten warnen im WSJ auch vor einem anderen Szenario: Die von China künstlich nach unten getriebenen Batteriepreise für Lithium-Ionen-Akkus könnten sich als große Hürde für echte Akku-Innovationen erweisen. Deutlich bessere Technologien als Lithium-Ionen-Zellen hätten dann angesichts der niedrigen Preise kaum eine Chance auf einen nennenswerten Marktanteil.

Dabei forschen Autohersteller und Universitäten längst an einem Nachfolger für Lithium-Ionen-Batterien. Toyota will eine so genannte Feststoffbatterie bereits in vier bis fünf Jahren serienreif haben, auch Volkswagen forscht in dieser Richtung. Feststoffbatterien haben eine höhere Energiedichte als Lithium-Ionen-Akkus, fangen bei Unfällen nicht zu brennen an und lassen sich viel schneller laden.

Noch sind die Wunder-Akkus in der Herstellung um ein Vielfaches teurer, ihre Großserien-Produktion ist noch nicht erprobt. Dass China für längere Zeit alle Ebenen der Batterieproduktion dominiert, ist also ein durchaus realistisches Szenario.

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