13.06.2018  Handelsstreit im Faktencheck

So schwach ist Merkels Abwehr gegen Trumps Kritik

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Angela Merkel und Donald Trump auf dem G7-Gipfeltreffen in Kanada
AFP
Angela Merkel und Donald Trump auf dem G7-Gipfeltreffen in Kanada

5. Teil: Trump spricht ein echtes Problem an - aber die Lösung gefällt keinem der beiden

"Der US-Präsident spricht ein relevantes Problem an", urteilt Volkswirt Tobias Rehbock von der deutschen Förderbank KfW in einer aktuellen Studie. Trump hat also Recht in der Diagnose der globalen Ungleichgewichte - sie abzustreiten wäre verkehrt.

Kritisch sieht Rehbock dagegen, dass die im Handelsstreit verhängten Strafzölle das Symptom bekämpfen statt die Ursache: Die Amerikaner sparen zu wenig, die Europäer - allen voran die Deutschen - zu viel. "In Deutschland gibt es mittlerweile keinen inländischen Sektor mehr, der per Saldo zur Nettokreditaufnahme bereit ist" - Staat, private Haushalte und inzwischen auch die Unternehmen bilden mehr Ersparnisse, als sie investieren. "Es ist klar, dass diese Rolle dann vom Rest der Welt eingenommen werden muss und daraus dann zwangsläufig ein enormer Leistungsbilanzüberschuss resultiert."

KfW-Ökonom Rehbock empfiehlt als Lösung, dass die USA ihre Staatsausgaben begrenzen - Deutschland hingegen die Binnennachfrage ankurbelt und mehr investiert, zur Not auf Pump. Dieser Rat dürfte allerdings weder bei Trump noch bei Merkel gut ankommen.

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