03.07.2018  China Mobile soll nicht investieren dürfen

Donald Trump will weltgrößten Mobilfunker aussperren

China Mobile würde gern in den USA aktiv werden, doch die US-Regierung sieht in dem Konzern ein angebliches Sicherheitsrisiko
AFP
China Mobile würde gern in den USA aktiv werden, doch die US-Regierung sieht in dem Konzern ein angebliches Sicherheitsrisiko

Nach dem chinesischen Netzwerkausrüster ZTE nimmt sich US-Präsident Donald Trump nun China Mobile vor. Die US-Regierung will dem weltgrößten Mobilfunker keine Investitionen in den USA erlauben.

Die US-Regierung will dem weltgrößten Telekommunikationsanbieter China Mobile den Zugang zum US-Markt verwehren. Das staatliche Unternehmen stelle ein Sicherheitsrisiko dar, begründete die Nationale Telekommunikations- und Informationsbehörde (NTIA) am Montagabend (Ortszeit) in einer Stellungnahme auf ihrer Website.

Die zuständige Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC) sollte daher den Antrag von China Mobile aus dem Jahr 2011 ablehnen, Telekommunikationsdienste zwischen den USA und anderen Ländern anbieten zu dürfen. Der Konzern, der 899 Millionen Abonnenten zählt, war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In ihrer Empfehlung gab die NTIA an, dass ihre Einschätzung "zu einem großen Teil auf Chinas Aufzeichnungen von nachrichtendienstlichen Aktivitäten und Wirtschaftsspionage, die auf die USA abzielen, sowie auf der Größe und den technischen und finanziellen Ressourcen von China Mobile beruht". Die Aktien von China Mobile fielen am Dienstagmorgen um 2,6 Prozent auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren.

Die USA und China liegen bereits in Handelsfragen über Kreuz. US-Präsident Donald Trumps will Zölle auf Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar aus China verhängen. Peking will darauf mit eigenen Zöllen auf amerikanische Produkte antworten. Am 6. Juli sollen die US-Zölle auf chinesische Waren in Kraft treten.

China Mobile ist nicht der erste chinesische Konzern, gegen den die USA schon vor Inkrafttreten der Schutzzölle vorgehen. Zuvor schon war der chinesische Telekommunikationskonzern ZTE durch eine US-Zulieferblockade massiv unter Druck geraten. Gegen Zahlung einer Rekordstrafe kann der Netzwerkausrüster nun auf eine Ende der Blockade hoffen.

Im Handelsstreit mit China hatte die US-Regierung im April entschieden, den chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Anbieter für sieben Jahre den Zugang zu amerikanischen Technologien zu verwehren. Ohne Chips für seine Smartphones musste ZTE daraufhin große Teile der Produktion stilllegen.

rei mit Reuters

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