19.05.2017  Wikileaks

Schweden stellt Ermittlungen gegen Assange ein

Wikileaks-Gründer Julian Assange
REUTERS
Wikileaks-Gründer Julian Assange

Schweden stellt die Ermittlungen gegen Julian Assange ein. Trotzdem droht ihm die Verhaftung, sollte er die Botschaft Ecuadors in London verlassen.

Die schwedischen Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen gegen den Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, ein. Das Verfahren wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung werde fallengelassen, teilte die Behörde am Freitag mit. Damit endet ein seit sieben Jahren andauernder Rechtsstreit. Der 45-jährige Assange hat die Vorwürfe stets bestritten. 2012 suchte er in der Botschaft Ecuadors in London Schutz, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Er befürchtete, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden.

Die britische Polizei erklärte nach Einstellung der schwedischen Ermittlungen, Assange würde umgehend verhaftet, falls er die ecuadorianische Botschaft verlassen sollte.

Auf WikiLeaks wurden zahlreiche geheime Dokumente der US-Streitkräfte und von US-Botschaften veröffentlicht. Am Mittwoch war in den USA nach siebenjähriger Haft die wegen Geheimnisverrats verurteilte WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning vorzeitig freigelassen worden. Die 29-Jährige, die sich heute als Frau fühlt, wurde als Soldat Bradley Manning weltweit bekannt. Von 2007 an war er für die US-Streitkräfte im Irak stationiert. Im Jahr 2010 gab er zahlreiche geheime Dokumente an WikiLeaks weiter. In einem Spionageprozess gab Manning die Taten zu.

la/reuters/dpa

Nachrichtenticker

Leser-Empfehlungen