27.01.2017  Trump schottet USA ab

So viele Erfinder wandern in zehn Jahren in Deutschland und den USA ein

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"Quartz" nennt es "den Neid der Welt": Laut einer Studie sind in den zehn Jahren zwischen 2000 und 2010 über 190.000 Erfinder in die USA eingewandert - mehr als in alle anderen Länder zusammen. Mit gut 25.000 eingewanderten Ingenieuren schafft es Deutschland im Ranking auf Rang 2, zeigt die Grafik von Statista. Die Studie zählt jeden Einwanderer als Erfinder, der bereits einen Patentantrag eingereicht hat.

"Die USA profitieren enorm von den Innovationen der ausländischen Spitzentalente", schreibt "Quartz" weiter und bezieht sich dabei auf eine Studie der OECD - diese Vorteile ständen mit der neuen Regierung nun auf dem Spiel. Neu-Präsident Trump hatte bei seiner Vereidigung neben dem Kauf amerikanischer Produkte auch zu verstärkten Einstellungen amerikanischer Arbeitnehmer aufgerufen.

Trumps Aktionen könnten nun die Attraktivität der USA für innovative Immigranten schmälern. In der Tech-Szene fürchte man bereits um das H-1B-Visumsprogramm, schreibt die Jobwebsite "Dice"; das Programm erlaubt eine begrenzte Anzahl Visa für ausländische Arbeitskräfte. Kritiker werfen ihm vor, amerikanische Jobsuchende systematisch zu benachteiligen, Trump hatte sich etwa im vergangenen Jahr bereits für eine Abschaffung stark gemacht (, an anderer Stelle jedoch auch vor dem Verlust von Top-Talenten gewarnt). Auch Jeff Sessions, Trumps Bundesanwaltskandidat, gilt laut "Dice" als Gegner des Programms.

Sollte sich Trump tatsächlich für eine Reform dieses Systems aussprechen, ständen allerdings schon andere Nationen bereit. "Bloomberg" hatte schon vor einigen Jahren berichtet, Kanada werbe zwischen San Francisco und dem Silicon Valley mit einem riesigen Poster: "H-1B-Probleme? Schwenkt um nach Kanada!"

luk

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