18.12.2017  Exklusiv - Welthandelsindex

Wachablösung - China treibt Welthandel auf neue Höhen

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Näherinnen in einer Fabrik in China: Viele Produkte aus der Volksrepublik verlassen das Land in alle Welt - und lassen den Welthandel florieren
Getty Images
Näherinnen in einer Fabrik in China: Viele Produkte aus der Volksrepublik verlassen das Land in alle Welt - und lassen den Welthandel florieren

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Das kommende Jahr könnte im Welthandel ein besonderes werden: Nach Einschätzung des Instituts für Kapitalmarktanalyse (IfK) in Köln könnte es 2018 erstmals seit der Wirtschaftskrise 2008/2009 wieder gelingen, dass der Austausch von Gütern und Waren rund um den Globus um mehr als 5 Prozent zulegt. Das zeigen nach Angaben des IfK die Daten des Welt-Handelsindex (WHI), den das IfK regelmäßig berechnet, und den manager magazin online exklusiv präsentiert (siehe Grafik unten).

Zum Vergleich: Erst im September dieses Jahres hatte die Welthandelsorganisation WTO ihre Prognose für 2017 heraufgeschraubt. Demnach soll der Welthandel im laufenden Jahr um 3,6 Prozent expandieren. In den vergangenen Jahren lagen die Wachstumsraten meist zwischen 2 und 3 Prozent.

Nach Angaben von Markus Zschaber, Chef der Kölner Vermögensverwaltung V.M.Z., zu der das IfK gehört, gibt es allerdings einen entscheidenden Unterschied zur Vorkrisenzeit: Die Lokomotive, die den Welthandel hinter sich herzieht, heißt jetzt nicht mehr USA sondern China, so Zschaber.

"Wir erleben die Wachablösung des Westens", sagt er. "In einer Zeit, in der Amerikas Präsident Donald Trump neue Zollschranken errichtet und aus internationalen Verträgen über militärische Zusammenarbeit, Klimaschutz und Freihandel aussteigen möchte und wird, positioniert sich China entsprechend strategisch, um die Rolle als neue Führungsmacht zu übernehmen."

Just am heutigen Montag wird deutlich, wovon Zschaber spricht: Noch bevor US-Präsident Donald Trump seine neue Sicherheitsstrategie überhaupt vorgestellt hat, sah sich China bereits genötigt, darauf zu reagieren. So verteidigte Peking die Handelsbeziehungen zu den USA gegen die in einer Rede von Trump erwartete Kritik.

Welt-Handelsindex im Dezember 2017: Der Welthandel prosperiert nach Angaben des IfW in Köln seit einigen Monaten und befindet sich seit Langem wieder auf einem Niveau, auf welchem strukturelle Erträge für die Weltwirtschaft möglich sind. Zwar gab es zuletzt einen leichten Rückgang. Das sei jedoch auf zyklische Effekte in der statistischen Bemessung zurückzuführen, so das IfW. Ein Abbruch des positiven Trends im Welthandel dagegen kann gegenwärtig ausgeschlossen werden, teilt das Institut mit.
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Welt-Handelsindex im Dezember 2017: Der Welthandel prosperiert nach Angaben des IfW in Köln seit einigen Monaten und befindet sich seit Langem wieder auf einem Niveau, auf welchem strukturelle Erträge für die Weltwirtschaft möglich sind. Zwar gab es zuletzt einen leichten Rückgang. Das sei jedoch auf zyklische Effekte in der statistischen Bemessung zurückzuführen, so das IfW. Ein Abbruch des positiven Trends im Welthandel dagegen kann gegenwärtig ausgeschlossen werden, teilt das Institut mit.

Die Beziehungen sicherten 2,6 Millionen Jobs in den USA, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministerium. 2015 hätten sich die Gewinne amerikanischer Unternehmen, die in der Volksrepublik investierten, auf mehr als 36 Milliarden Dollar summiert. "Wir sind bereit, mit der US-Seite hart daran zu arbeiten, um uns dem Aufbau einer robusten, stabilen und gesunden Handels- und Wirtschaftsbeziehung zu widmen", so die Sprecherin. Das sei im Interesse beider Seiten und auch der internationalen Gemeinschaft.

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