08.01.2018 
Brexit-Folge

Briten sorgen sich - und knausern

Die Briten treten kürzer: Aber Spaß beiseite - in London war am Sonntag der "No Trousers on the Tube Day". Und da hatten tatsächlich einige Briten keine Hose an
REUTERS
Die Briten treten kürzer: Aber Spaß beiseite - in London war am Sonntag der "No Trousers on the Tube Day". Und da hatten tatsächlich einige Briten keine Hose an

Die Briten geben erstmals seit Jahren weniger Geld für den privaten Konsum aus. Die Zahlen seien ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Bevölkerung auf der Insel wegen der gestiegenen Inflation und der Unsicherheit rund um den Brexit mit Käufen zurückhalte, heißt es.

Die britischen Verbraucher haben nach einer Berechnung des Kreditkartenkonzerns Visa 2017 erstmals seit fünf Jahren weniger ausgegeben. Der Rückgang habe bei 0,3 Prozent gelegen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

In den vier vorangegangenen Jahren waren die Ausgaben im Schnitt noch um 1,7 Prozent gestiegen. Allein im Dezember sanken die Konsumausgaben laut Visa im Vergleich zum Dezember 2016 um ein Prozent.

Erst in der vergangenen Woche berichtete der britische Herstellerverband SMMT von einem Rückgang der Neuwagenverkäufe in Großbritannien von 5,7 Prozent, während im übrigen Europa die Verkäufe überwiegend anzogen. Im kommenden Jahr soll der Neuwagenabsatz gar um weitere 7 Prozent einbrechen

Die Zahlen sind ein weiterer Beleg, dass sich die Briten wegen der gestiegenen Inflation und der Unsicherheit rund um den EU-Austritt zurückhalten. Der Brexit soll im März 2019 vollzogen werden. Weil die Verhandlungen zwischen der Regierung in London und der EU nur schleppend vorankommen, fürchten viele Unternehmen einen ungeordneten Austritt. Dann würden für den Handel mit der EU automatisch hohe Hürden aufgestellt.

Angst vor Brexit-Folgen: Autoverkäufe in UK brechen drastisch ein

In Sorge ist hier insbesondere die britische Autoindustrie. Sie fordert die britischen Unterhändler auf, so schnell wie möglich ein Übergangsabkommen mit Brüssel auf den Weg zu bringen.

Rei/Reuters

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