08.08.2018 
Kräftiges Wachstum

Beiersdorf erhöht Umsatzprognose und sucht weiter neuen Chef

Stefan Heidenreich: Der Beiersdorf-Chef geht Ende 2019. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht
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Stefan Heidenreich: Der Beiersdorf-Chef geht Ende 2019. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht

Eine Umsatzsteigerung um fast acht Prozent, ein um vier Prozent gestiegener Betriebsgewinn und eine erhöhte Umsatzprognose für das laufende Jahr haben am Dienstag die Aktie des Konsumgüterherstellers Beiersdorf gestützt. Beiersdorf traut sich nach kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr einen höheren Jahresumsatz zu. Das Management um Vorstandschef Stefan Heidenreich stellt für 2018 nun ein Umsatzplus von etwa fünf Prozent in Aussicht.

Die Prognose für die Rendite bekräftigte Beiersdorf am Dienstag. Demnach peilt der Nivea-Hersteller weiter eine um Sondereffekte bereinigte operative Marge in Vorjahreshöhe von 15,4 Prozent an.

"Beiersdorf hat das erste Halbjahr 2018 erneut mit einem kräftigen Umsatzzuwachs und dem Gewinn weiterer Marktanteile abgeschlossen", teilte Heidenreich mit. Das gelte sowohl für das Kerngeschäft für Kosmetikartikel mit der Marke Nivea an der Spitze als auch für die Klebstofftochter Tesa. Der Konzern sei inzwischen robust genug, um wirtschaftliche Turbulenzen gut zu überstehen. "Und deshalb blicken wir trotz aller politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten insgesamt mit Zuversicht auf die kommenden Monate."

In den ersten sechs Monaten kletterte der Umsatz dank Zuwächsen in allen Regionen organisch um 7,7 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Dabei wuchs Beiersdorf vor allem auf dem Heimatmarkt Europa und in der Region Afrika/Asien/Australien kräftig. Auch in Nord- und Südamerika legte der Konzern organisch zu. Nominal schrumpften die Erlöse dort wegen negativer Währungseinflüsse jedoch um 4,1 Prozent. Der Betriebsgewinn (Ebit) legte um 4,3 Prozent auf 585 Millionen Euro zu. Damit übertraf Beiersdorf die Erwartungen von Analysten deutlich. Die Umsatzrendite stieg auf 16,2 (Vorjahr 16,0) Prozent.

Wer folgt auf Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich?

Zum Stand bei der Suche nach einem neuen Vorstandschef äußerte sich Beiersdorf nicht. Heidenreich hatte sich vor wenigen Wochen mit dem Aufsichtsrat verständigt, seinen bis Ende nächsten Jahres laufenden Vertrag nicht zu verlängern. Der 55-Jährige will möglichst früher gehen, wenn ein Nachfolger gefunden ist. An der Börse war die Ankündigung nicht gut angekommen.

Heidenreich hatte das Unternehmen mit Marken wie Nivea, Eucerin, Hansaplast und LaPrairie in den vergangenen Jahren beim Umsatz von Rekord zu Rekord geführt und die Ertragskraft stetig gesteigert. Nach der Bekanntgabe von Heidenreichs vorzeitigem Ausscheiden im Juni verlor die Aktie zunächst deutlich an Wert. Inzwischen hat sich das Papier jedoch erholt und die Kursverluste wettgemacht.

la/dpa/reuters

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