15.06.2017  Exklusiv: Welthandelsindex

Trump hin oder her - Welthandel wie entfesselt

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Riesen-Containerschiff in Hamburg: Der Handel rund um den Globus floriert - allerdings steckt die Schifffahrt trotzdem noch in der Krise
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Riesen-Containerschiff in Hamburg: Der Handel rund um den Globus floriert - allerdings steckt die Schifffahrt trotzdem noch in der Krise

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Die Weltbank, die Europäische Zentralbank, die Bundesregierung - reihenweise sehen die Institutionen inzwischen eine Belebung der Wirtschaft in Deutschland und Europa, die letztlich auch positiv auf die Weltwirtschaft ausstrahlt.

Gerade am Dienstag dieser Woche hat das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI in Essen seine Wachstumsprognose für Deutschland für 2017 auf 1,6 Prozent angehoben. Im März waren die Forscher noch von einem Plus von 1,3 Prozent ausgegangen.

Grund für den größeren Optimismus seien die günstige Entwicklung der Exporte und der Inlandsnachfrage, so das Institut. Als Treiber nennen die Forscher zudem die privaten Konsumausgaben und die Wohnungsbauinvestitionen.

Kein Wunder, dass auch die Stimmung unter Deutschlands Managern vortrefflich ist, wie beispielsweise die Frühjahrumfrage des Bankenverbandes BVR und der DZ Bank jüngst zeigte. Demnach beurteilen fast neun von zehn Mittelständlern ihre Situation aktuell als "sehr gut" oder "gut". Acht von zehn Firmen wollen investieren und mehr als ein Viertel der Mittelständler will neue Jobs schaffen.

Welt-Handelsindex legt kräftig zu

Passend dazu befindet sich auch der viel beachtete Ifo-Geschäftsklima-Index auf dem höchsten Stand seit 1991. "In den deutschen Chef-Etagen herrscht Champagnerlaune", so Ifo-Chef Clemens Fuest.

Wie sehr es mit der Wirtschaft und dem Handel nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch anderswo aufwärts geht, zeigt zudem der Welt-Handelsindex des Instituts für Kapitalmarktanalyse (IfK) in Köln, den manager magazin online exklusiv präsentiert, und der im Monat Juni um 1,5 Punkte auf 75,2 Punkte deutlich angestiegen ist.

       Der        Welt-Handelsindex        des Instituts für Kapitalmarktanalyse hat zuletzt einen Satz nach oben gemacht
manager magazin online
Der Welt-Handelsindex des Instituts für Kapitalmarktanalyse hat zuletzt einen Satz nach oben gemacht

Laut IfK haben sich im zweiten Quartal 2017 nicht nur wichtige Binnenwirtschaftsräume wie die EU, Nordamerika, China und Indien sehr dynamisch entwickelt. Vielmehr erzielten auch jene Wirtschaftsräume, welche vor allem an der Performance des Weltmarktes partizipieren, starke Ergebnisse, so das IfK. Alles in allem handele es sich um die "beste Performance im Welthandel seit vielen Jahren", so Markus Zschaber, Vermögensverwalter und Chef des IfK.

Der Welt-Handelsindex ...

Laut Zschaber streifen Unternehmen, Konsumenten und Staaten gegenwärtig die Lethargie der letzten Jahre ab und blicken befreit nach vorne. Das lasse sich beispielsweise an Kennzahlen festmachen wie den PKW-Zulassungszahlen, die nicht nur in Deutschland zuletzt deutlich gestiegen seien.

In Spanien etwa legten die Zulassungen gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,2 Prozent zu, so Zschaber, und in Frankreich um 8,9 Prozent.

Insgesamt habe sich der Handel im zweiten Quartal 2017 deutlich besser entwickelt als erwartet, lautet daher Zschabers Fazit. Und die gute Nachricht: Für das dritte Quartal erwartet das IfK weiterhin einen ähnlichen Trend.

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