14.09.2017  EU-Visionär will den Euro für alle EU-Staaten

Der Juncker-Check - sind diese Länder reif für den Euro?

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Jean-Claude Juncker
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Jean-Claude Juncker

Mit seiner Rede zur Lage der Europäischen Union hat Jean-Claude Juncker offenbar einen Nerv getroffen. Der Kommissionspräsident in Brüssel habe wohl "den Schuss nicht gehört", moniert der Freiburger Wirtschaftsweise Lars Feld.

Wie kann er jetzt von der Erweiterung der Euro-Zone auf die ganze EU sprechen, während die Euro-Krise noch nicht bewältigt ist, osteuropäische Nicht-Euro-Staaten im offenen Clinch mit Brüssel liegen und die Briten sich mit dem Brexit ganz von der EU abseilen?

Doch aus den Regierungen in Paris und Berlin kommen freundliche Signale. Gerade jetzt wollen sie wieder offensiv für die Währungsunion werben. Da die Wirtschaft zumindest in der ganzen Euro-Zone wieder wächst, lassen die Fliehkräfte nach. Mit Großbritannien kommt den Euro-Verweigerern der Anführer innerhalb der EU abhanden - und Junckers Plan könnte die Skeptiker zum Schwur zwingen: Seid ihr ganz dabei oder gar nicht?

"Der Euro ist dazu bestimmt, die einheitliche Währung der EU als Ganzes zu sein" - damit spricht Juncker zwar Selbstverständliches aus; die Europäischen Verträge verpflichten grundsätzlich alle Mitgliedstaaten zur Übernahme der Gemeinschaftswährung. Wären EU und Euro-Zone identisch, ließe sich auch der Demokratiemangel beheben, dass der wichtigste Teil der Union in Gremien ohne parlamentarische Kontrolle geregelt wird.

Nur haben sich in den Krisenjahren alle Beteiligten damit arrangiert, dass die Warteschlange der Beitrittskandidaten auch mal länger stehen bleiben - oder manche Wartenden sich ganz wegdrehen können.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mahnt nur, man solle diesmal genau auf die Beitrittskriterien achten. Wie Euro-reif sind also die übrigen EU-Staaten? Hier der Überblick:

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