02.09.2018 
Großbritannien pocht auf Privilegien

May besteht auf Freihandelszone nach dem Brexit

Brexit: Großbritannien will die EU im März verlassen
REUTERS
Brexit: Großbritannien will die EU im März verlassen

Die britische Premierministerin Theresa May will nicht von ihrer Forderung nach einer Freihandelszone mit der Europäischen Union nach dem Brexit abrücken. "Ich werde mich nicht dazu drängen lassen, Kompromisse bei den Vorschlägen von Chequers zu machen, die nicht in unserem nationalen Interesse sind", schrieb May in einem Gastbeitrag im "Sunday Telegraph".

Auf dem Landsitz der Premierministerin in Chequers hatte sich die britische Regierung im Juli auf eine Position zum Brexit verständigt - gegen den Willen der Brexit -Hardliner in den eigenen Reihen. Außenminister Boris Johnson und Brexit-Minister David Davis traten daraufhin zurück. Die Hardliner befürworten einen "harten Brexit", also einen klaren Bruch mit der EU. Die Kritik unter den konservativen Tories an Mays Linie dauert an.

Zugleich gibt es in Großbritannien Forderungen nach einem zweiten Brexit-Referendum. May bezeichnete dies im "Sunday Telegraph" als "Betrug an unserer Demokratie". Sie bekräftigte in dem Gastbeitrag, dass sie lieber keinen Austrittsvertrag mit der EU abschließt, als einen aus ihrer Sicht schlechten Deal.

Lieber kein Abkommen als ein schlechtes Abkommen

"Die kommenden Monate werden entscheidend bei der Gestaltung der Zukunft unseres Landes sein und ich bin mir meiner Aufgabe bewusst". Die "Sunday Times" hatte zuvor berichtet, dass führende Abgeordnete in Mays Partei bereit seien, ihre eigenen Vorstellungen vor der Jahreskonferenz Ende September zu veröffentlichen, die einen härteren Bruch mit der Europäischen Union (EU) vorsähen.

May bekräftigte, dass Großbritannien bereit sei, die EU ohne ein Abkommen zu verlassen, falls man sich nicht auf die Bedingungen einigen könne.

Die Regierungschefin steht wegen ihrer Brexit-Strategie in ihrer konservativen Partei im Kreuzfeuer. May hatte im Juli ihre Vorstellungen über das künftige Verhältnis zur EU vorgestellt. Sie verfolgt einen sogenannten unternehmerfreundlichen Brexit und will für Waren eine Freihandelszone mit der EU schaffen und einen Teil der gemeinsamen Regeln beibehalten.

Viele Brexit-Befürworter verlangen dagegen einen klaren Schnitt nach dem Austritt aus der EU und sehen Mays Strategie als Verrat an. Großbritannien will die EU am 29. März 2019 verlassen.

la/AFP/reuters

Mehr zum Thema