25.04.2018  Das ist Deutschlands drittmächtigste Frau

Diese Frau entscheidet über Deutschlands digitale Zukunft

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Eva Christiansen: Die Merkel-Vertraute zeichnet künftig im Kanzleramt für das Thema Digitalisierung verantwortlich
imago/photothek
Eva Christiansen: Die Merkel-Vertraute zeichnet künftig im Kanzleramt für das Thema Digitalisierung verantwortlich

"Merkel düpiert Seehofer", "Doppelter Angriff auf Seehofer", "Affront gegen Seehofer" oder "Machtkampf ums Digitale". Die Nachricht, dass im Bundeskanzleramt eine neue Abteilung für politische Planung, Innovation und Digitalpolitik entstehen soll, war gerade raus, da hatte das politische Berlin den Dreh für die neue Story schon gefunden: Merkel gegen Seehofer. In weiteren tragenden Rolle: Dorothee Bär, Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung, gegen Eva Christiansen, bislang Leiterin des Stabs für politische Planung, Grundsatzfragen und Medienberatung im Kanzleramt.

In der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, spielt Christiansen auf der politischen Bühne - erst in Bonn und dann in Berlin - schon lange in der ersten Liga. Allerdings vor allem hinter den Kulissen. Die 1970 geborene Christiansen gilt als eine der engsten Vertrauten Merkels und begleitet diese bereits seit 1998, als Merkel den Posten als CDU-Generalsekretärin antrat.

1997 - wenige Jahre nach Abschluss ihres Volkswirtschaftsstudiums - tritt Christiansen noch in der Ära Kohl in die CDU ein und beginnt dort in der Pressestelle der Partei in Bonn. Dort steigt sie schnell auf: Schon ein Jahr später - noch unter Generalsekretär Peter Hintze - ist sie stellvertretende Parteisprecherin.

Als Merkel den Generalsekretärsposten übernimmt, macht Christiansen gemeinsam mit Merkel Kariere: erst als Sprecherin der Partei, 2002 als Sprecherin der Fraktion. 2005 rückt sie schließlich mit ins Bundeskanzleramt ein, wo Merkel für sie speziell das Referat Medienberatung schafft. 2007 kehrt sie nach einer Babypause zuück und übernimmt dort schließlich die Leitung des Stabs für politische Planung, Grundsatzfragen, und Sonderaufgaben.

Dort gehört Christiansen seither zum engsten Beraterkreis von Merkel, von Männern früher gerne herablassend als "girlscamp" bezeichnet, zu dem neben Christiansen auch Merkels legendäre Büroleiterin Beate Baumann gehört (und die als Deutschlands zweitmächtigste Frau gelten darf). Dort siezt man sich angeblich, wie es heißt. Es dringt aber nichts heraus.

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