01.02.2018 
Metall-Tarifrunde als Signal für die Volkswirtschaft

Warum die Weltfinanzelite der IG Metall die Daumen drückt

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Metallarbeiter demonstrieren in Hamburg
DPA
Metallarbeiter demonstrieren in Hamburg

Trommeln, Trillerpfeifen, brennende Ölfässer - das Ritual ist bekannt. Die Industriegewerkschaft Metall verleiht derzeit mit Warnstreiks in mehreren Unternehmen ihrer Forderung nach 6 Prozent mehr Lohn im kommenden Tarifvertrag Nachdruck.

Angesichts voller Auftragsbücher und geringer Arbeitslosenzahlen scheint die Verhandlungsposition der Gewerkschaft stark. Hinzu kommt jedoch noch ein ungewöhnlicher Faktor: Aus der Ferne trommelt für die Metaller noch jemand mit, nämlich prominente Ökonomen und Geldpolitiker aus dem In- und Ausland. Die Tarifrunde der größten deutschen Gewerkschaft wird zur symbolischen Entscheidung darüber, wie es mit dem Aufschwung weitergeht.

IWF-Präsidentin Christine Lagarde reiste Mitte Januar zu einer gemeinsamen Konferenz mit der Bundesbank nach Frankfurt und schrieb den Deutschen steigende Löhne als Herausforderung Nummer eins ins Stammbuch; "das wäre gut für die Kaufkraft des Volks, und auch fürs Wachstum." Und nebenbei ließen sich mit einem Schluss der deutschen Lohnzurückhaltung noch reichlich ökonomische Ungleichgewichte beheben. "Das Dach reparieren, solange die Sonne scheint", fordert Lagarde - eine Formel, die früher eher mit Kürzungen verbunden worden wäre.

Hier sind die wichtigsten Argumente für höhere Löhne im Faktencheck.

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