08.02.2018 
Weiß, westlich, alt

Das neue Kabinett im Diversity-Check

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3. Teil: Alter, sind die alt

Angela Merkel ist ein Jahr zu alt, um zu den geburtenstarken Jahrgängen (üblicherweise definiert als 1955 bis 1969) zu zählen. Auch Barbara Hendricks (65) und der neue Kabinettssenior Horst Seehofer (68) können eher Erfahrung als Pluspunkt verbuchen.

Ansonsten dominiert mit neun Mitgliedern auf der Liste die Babyboomer-Kohorte - mit Blick auf den demografischen Wandel durchaus diskussionswürdig, nicht nur in der Rentenpolitik, sondern auch mit Blick auf die Priorität von Zukunftsinvestitionen.

Vier der Personalvorschläge sind jünger, aber allesamt in den ausgesprochen geburtenschwachen 70er Jahren geboren; diese Generation ist einschließlich der CSU-Politikerin Dorothee Bär, die es möglicherweise noch vor ihrem 40. Geburtstag quasi als Jugendvertreterin in die Regierung schafft, damit sogar überrepräsentiert.

Wer komplett fehlt, sind hingegen die in den 80er Jahren geborenen Millennials - und damit neben einer zahlenmäßig bedeutenden Gruppe auch eine wichtige gesellschaftliche Perspektive (dies ist übrigens keine Werbung für Jens Spahn, Jahrgang 1980).

Der Altersdurchschnitt dieser Liste liegt bei 54 Jahren, ähnlich wie beim vorigen Anlauf 2013 - im Vergleich zu 42 Jahren für die Gesamtbevölkerung, aber Minderjährige kommen für Regierungsämter ja noch weniger infrage als Rentner; adäquat für ein Land, das nicht mehr viel vorhat. Die aktuelle schwedische Regierung, deren Land den Trend zur Überalterung umgekehrt hat, startete 2014 mit einem Durchschnittsalter von 45.

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