08.02.2018  Weiß, westlich, alt

Das neue Kabinett im Diversity-Check

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2. Teil: Der Osten dünnt aus, sehr ministeriable Saarländer

Der Regionalproporz gehört seit jeher zu den Kriterien, auf die bei der Regierungsbildung geachtet wird - jedenfalls innerhalb der Parteien, um alle wichtigen Landesverbände zu bedienen; im Fall der CSU sogar die bayerischen Regionen, so hat ein Ministerposten für Franken Tradition.

Es wäre auch ein Problem, sollte sich eine ganze Region nicht im Kabinett repräsentiert fühlen. Genau das könnte im Kabinett Merkel IV jedoch der Fall sein: Denn die Kanzlerin selbst wäre nach dem Ausscheiden Johanna Wankas und Thomas de Maizières die einzige ostdeutsche Vertreterin, jedenfalls die einzige mit DDR-Biografie.

Zählt man Berlin und die aus dem Westen stammende SPD-Arbeitsministerin in spe Eva Högl zu Ostdeutschland, kommt die Region noch auf einen Ministerposten pro acht Millionen Einwohner - rein rechnerisch gar nicht so stark unterrepräsentiert. Der deutsche Durchschnitt liegt bei rund fünf Millionen Einwohnern pro Minister. Baden-Württemberg (11 Millionen) und Niedersachsen/Bremen (8,6 Millionen) können sich mit je nur einem Posten noch stärker zu kurz gekommen fühlen, die größten Länder Bayern und Nordrhein-Westfalen wären mit je drei Ministern hingegen nah am Mittelwert.

Die Saarländer sind offenbar zehnmal so ministeriabel wie die Normaldeutschen, jedenfalls wäre die Eine-Million-Bevölkerung mit Peter Altmaier und Heiko Maas weiterhin gleich doppelt vertreten; und bis zuletzt war zusätzlich noch ihre Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer für einen Ministerposten (und perspektivisch die Merkel-Nachfolge) im Spiel.

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