12.10.2018 
Teures Benzin und Heizöl treiben Inflation

Preise steigen so stark wie seit fast sieben Jahren nicht mehr

Einkaufsmeile in Frankfurt am Main (Langzeitbelichtung)
DPA
Einkaufsmeile in Frankfurt am Main (Langzeitbelichtung)

In Deutschland hat sich der Preisauftrieb deutlich verstärkt. Die Inflation erreichte das höchste Niveau seit fast acht Jahren. Im September habe die Inflationsrate bei 2,3 Prozent gelegen, teilte das Statistische Bundesamts am Freitag in Wiesbaden nach einer zweiten Schätzung mit. Das ist die höchste Rate seit November 2011. Das Bundesamt bestätigte damit wie von Analysten erwartet die erste Schätzung. Im August waren die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 2,0 Prozent gestiegen.

Im Monatsvergleich erhöhte sich das Preisniveau im September um 0,4 Prozent, wie es weiter in der Mitteilung hieß. Auch in dieser Betrachtung wurde die erste Schätzung wie erwartet bestätigt.

"Maßgeblich beeinflusst wurde die Inflationsrate - wie in den Vormonaten - durch den Preisanstieg bei Energieprodukten", erklärten die Statistiker. Energie kostete im September 7,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Insbesondere leichtes Heizöl (+35,6 Prozent) und Kraftstoffe (+13,0) verteuerten sich deutlich. Ohne Berücksichtigung von Energie hätte die Inflationsrate lediglich bei 1,6 Prozent gelegen.

Nahrungsmittel verteuerten sich mit 2,8 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich. Erheblich mehr verlangt wurde für Gemüse (+12,3 Prozent), so beispielsweise für Kartoffeln (+14,6). Auch für Molkereiprodukte und Eier (+3,5) sowie Obst (+2,7) mussten die Verbraucher mehr bezahlen.

Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Preisindex (HVPI) stieg im Jahresvergleich um 2,2 Prozent, im Monatsvergleich ging es um 0,4 Prozent nach oben. Der HVPI ist für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ausschlaggebend.

Im September lag die Inflation in der größten Volkswirtschaft der Eurozone damit klar über dem Zielwert der EZB. Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mittelfristig eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Bei diesem Wert sehen die Währungshüter die Stabilität der Preise als gewährleistet an.

reuters, dpa-afx

Mehr zum Thema