02.02.2018  Streiks legen Werke lahm, auch Daimler und Opel betroffen

Bei BMW und Audi in Bayern geht nichts mehr

Heute nicht am Band: Mitarbeiterin im Audi-Werk Ingolstadt
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Heute nicht am Band: Mitarbeiterin im Audi-Werk Ingolstadt

Im Tarifstreit in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie haben am Freitagmorgen ganztägige Warnstreiks begonnen. Seit Mitternacht legten rund 7000 Beschäftige bei BMW in München ihre Arbeit nieder, wie Horst Lischka von der Gewerkschaft IG Metall sagte: "Das ganze Stammwerk steht still." Mehrere Hunderte Mitarbeiter versammelten sich vor den Werkstoren.

Auch das größte deutsche BMW-Werk in Dingolfing legten die Streikenden lahm. hier stand die Produktion ab 5 Uhr morgens still. 13.700 Beschäftigte beteiligten sich nach Aussage von Robert Grashei von der IG Metall an dem Warnstreik. "1600 Autos können heute nicht gebaut werden", sagte er am Freitagmorgen. Das sei die Tagesproduktion des Werks. Bei einer Kundgebung um 13 Uhr wurden Tausende Streikende erwartet.

Auch bei Audi in Ingolstadt und Münchmünster soll 24 Stunden lang kein Auto vom Band rollen, wie Bayerns IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler am Donnerstag angekündigt hatte. Bereits an diesem Tag hatten rund 23.000 Beschäftigte der Branche in Bayern die Arbeit ruhen lassen.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten 6 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber haben annähernd 3 Prozent geboten. Knackpunkt der Tarifrunde ist aber die Forderung der IG Metall, dass jeder Beschäftigte seine Arbeitszeit von 35 auf 28 Stunden verkürzen können soll - mit teilweisem Lohnausgleich für Schichtarbeiter und Beschäftigte mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen.

Die Arbeitgeber halten sowohl diese Forderung als auch die 24-stündigen Arbeitsniederlegungen für rechtswidrig.

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Die Verhandlungen könnten am kommenden Montag fortgesetzt werden, vorausgesetzt, die Arbeitgeber besserten ihr Angebot deutlich nach, sagte Baden-Württembergs IG-Metall-Chef Roman Zitzelsberger bereits am Donnerstag. Man habe vorsorglich schon mal in Stuttgart Räume für weitere Gespräche angemietet. Die Arbeitgeber zeigten sich offen für einen neuen Anlauf, nachdem die Verhandlungen am vergangenen Wochenende abgebrochen worden waren und die IG Metall erstmals zu 24-Stunden-Warnstreiks aufgerufen hatte.

Warnstreiks auch bei Daimler und Opel

Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz legten Mitarbeiter erneut die Arbeit nieder. Im Werk Kassel der Daimler AG traten 1500 Beschäftigte aus der Frühschicht in den Ausstand. Die Produktion stehe still, sagte Elke Volkmann von der IG Metall am Freitagmorgen.

Auch bei Aleris Rolled Products in Koblenz beteiligten sich die 200 Nachtschicht-Mitarbeiter an der Aktion und brachten die Produktion zum Erliegen. Ebenso bei bei Opel Automobile und beim GKN Gelenkwellenwerk in Kaiserslautern stehe der Betrieb still. Hier seien rund 3000 Mitarbeiter zum Streik aufgefordert worden.

Insgesamt sind Arbeitnehmer aus 13 Betrieben in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen von der IG Metall zur Teilnahme an dem 24-stündigen Warnstreiks aufgerufen worden. Bereits am Mittwoch und Donnerstag waren Beschäftigte dem Aufruf gefolgt.

rei/dpa

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