12.10.2018 
Kraftzentrum der deutschen Wirtschaft vor der Wahl

Wie Bayern boomt - die CSU aber nicht

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Szene vom Münchener Oktoberfest
DPA
Szene vom Münchener Oktoberfest

Aus Sicht der CSU muss es sein wie verhext. Bayern boomt, die Landesregierung verteilt Wahlgeschenke wie mit dem Füllhorn - und trotzdem droht der Partei, die seit mehr als 60 Jahren in München regiert, laut Umfragen für die Landtagswahl am Sonntag das schlechteste Ergebnis seit 1950.

Wie kann das sein? Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber hat dafür seine eigene Erklärung: "In den vergangenen Jahren hat es aufgrund unseres wirtschaftlichen Erfolgs eine einzigartige Wanderungsbewegung nach Bayern gegeben", sagte Stoiber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Aus allen Teilen des Landes sind in den letzten zehn Jahren mehr als eine Million Menschen zu uns gekommen."

Die Zuwanderer sind also schuld; da es um Wahlberechtigte geht, diesmal nur die deutschen. Nach Stoibers These wissen die Neubayern nicht zu schätzen, was sie der CSU verdanken. Die Christsozialen würden so zum Opfer des eigenen Erfolgs.

Allerdings gab es ähnliche oder größere Zuwanderungswellen nach Bayern schon früher, in der Nachkriegszeit und nach der Deutschen Einheit - damals schafften die Bayern einschließlich der CSU das. Außerdem schmierten deren aktuelle Umfragewerte in kurzer Zeit ab, während der Bayern-Boom schon Jahre dauert. Es sieht mehr danach aus, als würde die Parteiführung einen unfassbaren Vorteil verspielen. Hier sind die wichtigsten Fakten zur Stärke der bayerischen Wirtschaft.

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