12.03.2018 
Ex-McKinsey-Topfrau Katrin Suder verlässt Verteidungsministerium

Von der Leyens Superstar steigt aus

Katrin Suder (Foto Archiv)
Frank Beer
Katrin Suder (Foto Archiv)

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen verliert eine ihrer wichtigsten Mitstreiterinnen im Verteidigungsministerium. Die für die milliardenschwere Rüstungsbeschaffung zuständige Staatssekretärin Katrin Suder verlässt das Ministerium - und bestätigt damit Informationen von manager-magazin.de von Mitte Februar. Suder hatte bereits zum Jahresanfang Vertraute eingeweiht, der neuen Bundesregierung aus privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen.

Suders Ausstieg aus dem Verteidigungsministerium ist ein schwerer Rückschlag für die Reform der notorisch ineffektiven Ausrüstung der Bundeswehr mit Panzern, Raketen und sonstiger Ausrüstung. Um den langsamen, intransparenten und verdächtig teuren Prozess zwischen der Beschaffungsbehörde für Wehrtechnik in Koblenz mit mehr als 10.000 Beschäftigten und dem Ministerium in Berlin zu verschlanken und preiswerter zu organisieren, hatte von der Leyen die 46-Jährige im Jahr 2014 von der Unternehmensberatung McKinsey abgeworben.

Suder, die damals zugleich das Berliner Büro, die Beratung des gesamten öffentlichen Sektors sowie die Personalentwicklung für die Firma in Deutschland leitete, tauschte ihr Millionensalär gegen das Staatssekretärinnen-Gehalt von rund 165.000 Euro im Jahr. Ihr Wechsel galt zugleich als möglicherweise wegweisendes Experiment für einen größeren Austausch zwischen Spitzenwirtschaft und Spitzenbürokratie.

Wohin es die promovierte Neuroinformatikerin zieht, ist bislang unklar. Einzelne Spitzenkräfte ihres alten Arbeitgebers McKinsey hatten gegenüber manager-magazin.de bereits vor Wochen ihr Interesse kundgetan, Suder wieder in ihre Reihen aufzunehmen. Suders Ehefrau, die Sportmarketing-Managerin Katja Kraus, wohnt in Hamburg. Zusammen ziehen sie drei Kinder groß. Laut SPIEGEL ONLINE wird im Verteidigungsministerium als Begründung für Suders Ausstieg verbreitet, sie wolle eine längere Auszeit und sich mehr Zeit für die Familie nehmen.

Mit Suder war 2014 Gundbert Scherf von McKinsey in das Ministerium gewechselt. Bereits vor Jahresfrist entschied er sich, wieder zu der Unternehmensberatung zurückzukehren.

soc

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