01.12.2018 
Neue Regeln für den Internet-Einkauf

Pünktlich zum Fest - EU erleichtert Online-Shopping

Einkauf am Notebook: Online-Shopping boomt - und erhält jetzt durch die EU bessere Regeln.
DPA
Einkauf am Notebook: Online-Shopping boomt - und erhält jetzt durch die EU bessere Regeln.

Verbraucher in Europa können ab kommenden Montag, den 3. Dezember, leichter im Internet einkaufen. Dann tritt die neue EU-Regelung gegen Geoblocking beim Online-Shopping in Kraft.

Durch Geoblocking etwa können Händler ausländische Käufer von Angeboten ausschließen oder sie automatisch auf Webseiten mit höheren Preisen weiterleiten. Der EU-Kommission zufolge war es im Jahr 2015 nur in 37 Prozent der Onlineshops möglich, eine Bestellung aus dem Ausland abzuschließen.

Die Brüsseler Behörde mahnte an, dass die Staaten wirksame Strafen bei Verstößen anordnen müssten. Die Kommission will 2020 überprüfen, inwieweit die Maßnahmen umgesetzt wurden.

"Mit den neuen Vorschriften bekommen die Verbraucherinnen und Verbraucher eine größere Auswahl zu wettbewerbsfähigen Preisen und damit auch bessere Angebote", teilte der zuständige EU-Kommissar Andrus Ansip mit.

Die EU-Staaten und das Europaparlament hatten sich vor einigen Monaten nach mehrjährigen Verhandlungen auf die Gesetzesänderung geeinigt.

Hintergrund: Bundesweit haben Einzelhändler das Problem, dass viele Menschen lieber im Internet Pakete bestellen, als in Geschäften einzukaufen. Der Online-Handel wächst seit 2005 rasant. Nach einer Prognose des Handelsverbands Deutschland (HDE) lag der Umsatz 2018 bei etwa 53,6 Milliarden Euro - das wäre eine Steigerung von rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Am Gesamtumsatz im Einzelhandel macht das Internet-Shopping aber nur 10 Prozent aus. Heißt: 90 Prozent des Gesamtumsatzes wird laut HDE stationär in Geschäften gemacht. "Der Trend geht zur Verbindung von On- und Offline", sagte HDE-Sprecher Stefan Hertel. Stationäre Händler bieten ihre Produkte dann auch in einem Onlineshop oder einer Plattform gemeinsam mit anderen an. Und umgekehrt: Online-Händler öffnen Filialen in der Stadt. So oder so sei eine Präsenz im Internet essenziell. "Sonst findet man die Händler nicht mehr."

cr/dpa-afx

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