13.06.2018  Logistik, Rohstoffe, Konsum

Asien-Kenner Mobius sieht "riesige Chance" in Nordkorea

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Donald Trump lobte beim Gipfel die "großartigen Strände" von Nordkorea und schlug ...
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Donald Trump lobte beim Gipfel die "großartigen Strände" von Nordkorea und schlug ...

2. Teil: "Seltene Erden, Öl, Erdgas - gewaltige Vorkommen in Nordkorea"

Viel wichtiger sei jedoch die Brückenfunktion Nordkoreas zwischen Südkorea, China und Russland, sagt auch Mobius. Man könne dann Güter auf Schienen und Straßen durch Nordkorea transportieren. "Es ist eine riesige Chance!"

Abgesehen von den Absatzchancen sowie logistischen Vorteilen ergäben sich zudem weitere Wachstumsperspektiven. So dürfte Nordkorea beispielsweise über gewaltige Rohstoffvorkommen verfügen. Das North Korea Resources Institute im südkoreanischen Seoul jedenfalls schätzte den Wert der Bodenschätze in dem Land vor einigen Jahren auf etwa sechs Billionen Dollar.

Anlageexperte Mobius jedenfalls ist optimistisch: "Wir sehen in erster Linie die Rohstoffkapazitäten - seltene Erden, Öl, Erdgas, davon gibt es gewaltige Vorkommen in Nordkorea, die erschlossen werden können", sagt er. "Außerdem wird es eine regelrechte Konsumrevolution geben, sobald der Lebensstandard erst einmal in Bewegung gekommen ist." Nicht zu vergessen die Transportwege Richtung Norden, nach China und Russland, so Mobius.

Rosige Aussichten also - aber wie realistisch sind sie? Auf lange Sicht spricht zwar einige für eine allmähliche Öffnung Nordkoreas. Es scheint jedoch so, als habe das Gipfeltreffen von dieser Woche zu diesem Prozess in Wahrheit nicht sehr viel beigetragen. Kritiker bemängeln bereits, dass die von Trump und Kim unterzeichnete Erklärung neben der grundsätzlichen Beteuerung des Nordkoreaners zur anvisierten Denuklearisierung seines Landes nicht viel Konkretes enthalte. Trump selbst hat zudem gegenüber den Medien mitgeteilt, dass die Sanktionen gegenüber Nordkorea zwar in Zukunft einmal gelockert werden könnten. Vorläufig bleiben sie jedoch noch in Kraft, so der US-Präsident.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Nicht zu vergessen: Als 1989 die Berliner Mauer fiel und es kurz darauf zur deutschen Wiedervereinigung kam, war die Hoffnung auf Wachstum und Wohlstand in den neuen Bundesländern ebenfalls groß. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen würden schon bald "in blühende Landschaften" verwandelt, versprach seinerzeit bekanntlich der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl.

Ganz so erfreulich verliefen die darauffolgenden Jahre im Osten Deutschlands dann doch nicht.

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