05.04.2018  Spektakuläres Infrastrukturprojekt

Hamburg plant Doppelstock-Tunnel mit Spur für Roboter-Lkw

Von Nils-Viktor Sorge
Hamburger Köhlbrandbrücke: Als Ersatz ist ein Tunnel geplant
DPA
Hamburger Köhlbrandbrücke: Als Ersatz ist ein Tunnel geplant

Spektakulärer Tunnel-Plan in Hamburg: Als Ersatz für die altersschwache Köhlbrandbrücke soll künftig ein Doppelstock-Tunnel die Elbe queren. Darin vorgesehen ist eine Extra-Spur für autonom fahrende Containertransporter. Auf diese Lösung laufe alles hinaus, berichtet das "Hamburger Abendblatt".

Mit dem ungewöhnlichen Verkehrsprojekt will die Hansestadt mehrere Probleme auf einmal lösen. Große Schiffe hätten keine Schwierigkeiten mehr, das moderne Containerterminal Altenwerder zu erreichen. Derzeit können die größten Frachter dort nicht oder nicht komfortabel anlegen.

Ein derartiger Tunnel koste im Bau zwar mehr als eine Brücke, sei aber günstiger im Unterhalt und entlaste so langfristig den Haushalt, zitiert das "Abendblatt" das zuständige Planungsbüro Babendererde. "Die Instandhaltungskosten müssen nämlich mit eingerechnet werden, und die sind bei der Brücke sehr viel höher", sagte Geschäftsführer Tim Babendererde. Die Lebensdauer der Brücke sei zudem um Jahrzehnte kürzer.

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Schließlich versprechen die Planer eine Entlastung des Autoverkehrs durch zwei Extra-Spuren für Roboter-Containertaxis unter einer vier- bis sechsspurigen herkömmlichen Straßenebene. Derartige Fahrzeuge setzt die Hafengesellschaft schon jetzt oberirdisch ein.

Durch den Tunnel könnten sie komfortabel innerhalb des Hafens transferiert werden - etwa von einem Terminal zum anderen oder zu einer Eisenbahn-Verladestation. Laut "Abendblatt" müssten bis zu 350.000 Container im Jahr nicht mehr oberirdisch durch die Gegend kutschiert werden.

Eine eigene Spur könnte indes auch ein anderes Verkehrsmittel im Tunnel bekommen, dem Städteplaner eine große Zukunft voraussagen: das Fahrrad.

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