13.09.2018 
Ausschreitungen in Chemnitz

Wirtschaft sorgt sich um Deutschlands Ruf

Demonstration am 1. September in Chemnitz
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Demonstration am 1. September in Chemnitz

Die Krawalle in Chemnitz alarmieren auch die deutsche Wirtschaft. DIHK-Präsident Schweitzer befürchtet negative Folgen für den Wirtschaftsstandort - und warnt vor "demokratiegefährdenden Entwicklungen".

Angesichts der Vorgänge in Chemnitz und andernorts sorgt sich die deutsche Wirtschaft um den Ruf Deutschlands im Ausland sowie über belastende Folgen für die hiesigen Unternehmen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Eric Schweitzer sprach am Mittwoch bei einem Parlamentarischen Abend der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft von "demokratiegefährdenden Entwicklungen" im Lande. "Verbale und physische Gewalt gegen Menschen, egal welcher Herkunft, verbietet sich."

Es gehe darum, die Grundfesten von Rechtsstaat und Demokratie zu verteidigen. "Der Wohlstand in unserem Land und die Arbeitsplätze in unseren Unternehmen hängen in einem großen Maß davon ab, dass unsere Unternehmen auch auf ausländischen Märkten erfolgreich sind."

"Widersprüchliche Situation"

Schweitzer sprach von einer widersprüchlichen Situation, in der sich Deutschland derzeit befinde. Einerseits laufe es rein wirtschaftlich gesehen relativ gut. Auf der anderen Seite gelte aber: "Die Sorgen nehmen zu."

Auf viele Herausforderungen könne es keine leichten Antworten geben. "Also ist es nötig, die diffusen Ängste (der Menschen) verstärkt zum Thema zu machen". Das gelte auch in den Betrieben. Es seien diese Unsicherheiten, die von Populisten genutzt würden.

Ein wichtiges Mittel, um den Menschen mehr Vertrauen in die Zukunft zu geben, sei mehr Bildung, sagte Schweitzer. Insofern seien mehr Bildungsausgaben die wichtigste Zukunftsinvestition, nicht nur wirtschaftlich. Auch Forschungsministerin Anja Karliczek unterstrich die Notwendigkeit, Deutschland und die Bürger mit Bildungsanstrengungen fit für das digitale Zeitalter zu machen.

brt/rei/Reuters

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