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08.03.2014

Flugzeugabsturz

Zwei mysteriöse Passagiere an Bord der verschollenen Boeing 777

Luftbild einer Ölspur 250 Kilometer vor der vietnamesischen Küste, aufgenommen von einem Flugzeug der Luftwaffe Vietnams, die sich an der Suche nach der verschollenen Boeing der Malaysia Airlines beteiligt.
REUTERS

Luftbild einer Ölspur 250 Kilometer vor der vietnamesischen Küste, aufgenommen von einem Flugzeug der Luftwaffe Vietnams, die sich an der Suche nach der verschollenen Boeing der Malaysia Airlines beteiligt.

An Bord der verschollenen Boeing 777 der Malaysia Airlines waren zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen. Der Vorstandschef der Fluglinie schließt Terror als Ursache nicht aus.

Kuala Lumpur/Peking - An Bord des am Samstag verschollenen Flugzeugs von Malaysia Airlines befanden sich mindestens zwei Insassen mit gestohlenen Reisedokumenten. Das wurde bekannt, nachdem sich ein Italiener und ein Österreicher gemeldet haben, die zwar auf der Passagierliste des Flugs MH370 aufgeführt sind, den Flieger aber nie betreten haben.

Die zunächst an Bord des in Südostasien vermissten Flugzeugs vermuteten Männer waren nicht in der Maschine. Im Falle des Italieners teilte eine Sprecherin des italienischen Außenministeriums mit: "Er lebt zum Glück und ihm geht es gut." Der Mann rief aus Thailand seine Eltern an und versicherte ihnen, dass er unversehrt sei, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Laut Ansa war ihm im vergangenen Jahr sein Reisepass gestohlen worden.

Das gleiche gilt für einen Österreicher, der ebenfalls auf der Passagierliste steht. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP sagte ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums, dass dem Mann vor zwei Jahren der Reisepass in Asien geklaut worden sei.

Die Informationen verstärkten am Samstagabend Spekulationen, es könnte sich um einen Terroranschlag handeln. Ahmad Jauhari Yahya, Vorstandschef von Malaysia Airlines sagte: "Wir schließen nichts aus."

An Bord der Maschine der Fluglinie Malaysia Air waren insgesamt 239 Menschen - 227 Passagiere und zwölf Mitglieder der Crew. Die Boeing 777-200 ist über dem Meer zwischen Vietnam und Malaysia verschollen. Weniger als eine Stunde nach dem Start verschwand sie vom Radar. Das Flugzeug war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking.

Ein Wrack wurde bislang nicht gefunden. Flugzeuge entdeckten im Meer vor der vietnamesischen Küste kilometerlange Ölspuren, wie Vietnams stellvertretender Verkehrsminister Pham Quy Tieu sagte. Sie sind zwischen 10 und 15 Kilometer lang und liegen etwa 500 Meter auseinander. Eine Bestätigung, dass sie von dem Flugzeug stammen, gibt es zwar nicht. Aber laut einer Mitteilung der vietnamesischen Regierung sehen die Spuren so aus, wie es beim Absturz eines Flugzeugs mit zwei Treibstofftanks zu erwarten wäre. Vietnam schickte mehrere Boote in Richtung der Ölspuren in Fahrt.

Einen Notruf setzt die Maschine nicht ab, was manche Beobachter als Zeichen werten, dass sich das Schicksal des Flugzeugs schnell so entschied, dass den Piloten keine Zeit blieb zu reagieren.Der 53-jährige Pilot hat nach Angaben der Airline mehr als 18.000 Flugstunden hinter sich. Er arbeitet seit 1981 für das Unternehmen. Der 27-jährige erste Offizier hat rund 2800 Stunden Flugerfahrung und steht seit 2007 im Dienst von Malaysia Airlines.

Über dem Meer verschollene Flugzeuge können sehr schwer zu finden sein. Im Fall des 2009 abgestürzten Air-France-Fluges 447 dauerte es fast zwei Jahre, ehe große Teile des Wracks und die Blackboxes gefunden wurden.

Die Blackbox sendet ein Ultraschallsignal aus, das unter Wasser empfangen werden kann - bei guten Bedingungen auch über Hunderte Kilometer. Sollte sich die Blackbox in einem Wrack oder einem Graben am Meeresgrund befinden, wird das Signal allerdings gestört.

Der Flugzeughersteller Boeing Chart zeigen teilte den Betroffenen sein Bedauern mit und sicherte zu, ein Expertenteam zur Unterstützung der Behörden zusammenzustellen.

Spiegel Online/ soc

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