04.10.2017  Von Albrecht bis Würth

Wie die zehn reichsten Deutschen ihr Vermögen mehren

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9. Teil: Stefan Quandt und Susanne Klatten: Extrem vielfältig aufgestellt

       Platz 2        :        Stefan Quandt und Susanne Klatten (Bild); BMW, München; Altana, Wesel; Delton, Bad Homburg; SGL Carbon, Wiesbaden; Auto, Beteiligungen; 31,5 Mrd. Euro (+ 1,5 Mrd.)
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Platz 2 : Stefan Quandt und Susanne Klatten (Bild); BMW, München; Altana, Wesel; Delton, Bad Homburg; SGL Carbon, Wiesbaden; Auto, Beteiligungen; 31,5 Mrd. Euro (+ 1,5 Mrd.)

Karbon, Chips, Chemie, Logistik, Windkraft und noch so manches andere: Die Branchen, in denen die Geschwister Stefan Quandt (51) und Susanne Klatten (55) ihr Vermögen arbeiten lassen und ließen, ist so vielfältig wie bei kaum einer anderen Milliardärsfamilie hierzulande. Das erzeugt natürlich neben Gewinnen auch immer mal wieder Sorgen, bei Susanne Klatten waren die zuletzt besonders bei SGL Carbon besonders groß. Aber man trennt sich eben auch, wenn es aussichtslos erscheint oder man einen guten Preis bekommt, so wie Klatten beim Windanlagenbauer Nordex oder Quandt bei der Privatbank BHF.

Alles in den Schatten stellt im geschwisterlichen Portfolio ohnehin die 47%-Beteiligung an BMW. Der verdankt man auch vor allem den Vermögenszuwachs von 1,5 Milliarden Euro über die vergangenen zwölf Monaten. Denn trotz Dieselkrise, Kartellverdacht und Bedrohung durch die Elektromobilität liegt die BMW-Aktie im Jahresvergleich fast 17% im Plus. Und es gibt ja auch noch eine Dividende für treue Aktionäre: An die Geschwister schüttete der bayerische Autokonzern für 2016 sage und schreibe 1.076.000.000 Euro aus. Brutto, natürlich. Trotzdem lässt sich damit sicher was anfangen.

Den Grundstock des quandt'schen Milliardenvermögens erwirtschafteten ihre einst aus den Niederlanden nach Brandenburg eingewanderten Vorfahren als Tuchweber. Nach Episoden unappetitlicher Paktiererei mit den Nationalsozialisten mehrten die Brüder Herbert (1910 bis 1982) und Harald (1921 bis 1967) in der aufstrebenden Bundesrepublik das Familienvermögen auf schwindelerregende Weise. Herbert Quandts vielleicht riskanteste Investition war 1960 der Einstieg beim damals todgeweihten Autobauer BMW. Der hat sich für seine Nachfahren wahrhaft gelohnt.

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