04.10.2017  Von Albrecht bis Würth

Wie die zehn reichsten Deutschen ihr Vermögen mehren

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8. Teil: Dieter Schwarz: Nicht so leicht zu verschrecken

Platz 3: Dieter Schwarz: Lidl, Kaufland, Neckarsulm; Einzelhandel, Immobilien; 22 Mrd. Euro (+ 3 Mrd.)
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Platz 3: Dieter Schwarz: Lidl, Kaufland, Neckarsulm; Einzelhandel, Immobilien; 22 Mrd. Euro (+ 3 Mrd.)

100.000.000.000 Euro: Auf diesen Gipfel soll spätestens nächstes Jahr der Umsatz des Discountimperiums Lidl/Kaufland steigen. 100 Milliarden! Ziemlich atemberaubend für eine Unternehmung, die Dieter Schwarz (78) anno 1973 mit einem einzigen Laden im beschaulichen Ludwigshafen begann.

Andere hatten bekanntlich dieselbe Idee, die Kunden in kargen, mit Paletten statt Regalen bestückten Läden ihre Ware selbst zusammenraffen zu lassen und dafür beim Preis anderthalb Augen zuzudrücken. So richtig messen konnte sich Schwarz dann irgendwann nur noch mit den Aldi-Albrechts. Die hatten sich, um den innerfamiliären Frieden zu wahren, in zwei Imperien aufgespalten, was sicherlich mit ein Grund dafür ist, dass Dynamiker Schwarz die Krämerkollegen aus dem Ruhrgebiet zuletzt mehr und mehr abhängen konnte.

Auch die 100 Umsatz-Milliarden sollen übrigens nur eine Etappe sein. Seit wenigen Monaten hat Lidl begonnen, sich auch in den USA breit zu machen, dem größten, aber auch umkämpftesten Markt für Einzelhändler. Kämpfen können Schwarz und sein Stattalter Klaus Gehrig (69), sie sind nicht so leicht zu verschrecken und haben frohgemut in die ersten zehn Lidl-Filialen in Virginia, North Carolin und South Carolina aufgesperrt. Binnen Jahresfrist sollen es entlang der Ostküste schon 100 sein. Aldi Süd ist seit 1976 in den USA, wird sich aber trotz mehr als 1500 Filialen warm anziehen müssen, ebenso wie die Lokalgrößen Walmart oder Kroger.

Zuhause in Heilbronn sorgt der extrem öffentlichkeitsscheue Schwarz derweil dafür, dass sein Heimatort endlich Universitätsstadt wird. Das ist nicht nur löblich, denn es gibt ja nichts wichtigeres als Bildung, Bildung, Bildung. Es nährt auch die Hoffnung, dass er sich zur Eröffnung vielleicht mal fotografieren lässt, so dass die Öffentlichkeit endlich mal ein Bild von dem Mann bekommt, der als einer der größten deutschen Unternehmer der Nachkriegszeit gelten darf.

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