04.10.2017  Von Albrecht bis Würth

Wie die zehn reichsten Deutschen ihr Vermögen mehren

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2. Teil: Heinz Hermann Thiele: Blick nach vorn und Vollgas

Platz 9: Heinz Hermann Thiele (Bild) , Knorr-Bremse, München; Vossloh, Werdohl, Autozulieferer, Bahntechnik; 9,6 Mrd. Euro (+0,1 Mrd.)
Knorr-Bremse
Platz 9: Heinz Hermann Thiele (Bild) , Knorr-Bremse, München; Vossloh, Werdohl, Autozulieferer, Bahntechnik; 9,6 Mrd. Euro (+0,1 Mrd.)

Unverzagt macht Heinz Hermann Thiele (76) damit weiter, was er immer gemacht hat: Blick nach vorn und Vollgas. Über Hindernisse, die weniger robuste Geister verzagen ließen, braust er ungebremst hinweg. So kommt man schneller ans Ziel, jedenfalls dann, wenn man sich um Kollateralschäden nicht schert. Aber zuletzt kam Thiele mit seiner Methode nicht immer durch. Erst lieferte er sich einen erbitterten Bieterkampf mit dem Autozulieferer ZF Friedrichshafen um den schwedischen Konkurrenten Haldex - und ging am Ende doch leer aus. Auch die Sanierung des Bahntechnikkonzerns Vossloh, bei dem Thiele eingestiegen ist, erweist sich als mühsam.

Mit seiner Methode, das sei eingestanden, hat Thiele Großes geschaffen. Seit er die marode Bremsenfirma Knorr 1985 übernahm (fast komplett auf Pump, übrigens), trieb er den Umsatz von 254 Millionen Euro auf 5,5 Milliarden Euro. Seine Technik sorgt dafür, gewaltige Massen wie Lkw oder Züge verlässlich zu stoppen.

Stoppen musste Thiele allerdings seinen Plan, sein Lebenswerk in die Hände seines Sohnes Henrik (49) zu legen. Erst verließ der Kronprinz im Sommer 2015 Knall auf Fall den Knorr-Konzern, weil er mit dem Vater, der pro forma nur noch den Aufsichtsrat ehrenhalber führt, aneinandergeraten war. Nun folgte die Scheidung: Der Filius hat seine 36,6 Prozent an Knorr-Bremse an den Vater zurückgegeben.

Um die Kasse zu füllen und auch in Zukunft auf der Überholspur brettern zu können, will Thiele nun Teile seines Konzerns an die Börse bringen. Auch das dürfte, wie eigentlich immer bei Thiele, spannend werden.

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