13.08.2017  Bundestagswahl: Martin Schulz im Rhetorik-Check

Der Herausforderer macht fast alles richtig. Fast.

Eine Meinungsmache von Stefan Wachtel
DPA

6. Teil: Körper und Staging: Steif bis verkrampft

Große Differenzen lassen sich in der Spannung beobachten. Im Körperausdruck ist die Anspannung des Herausforderers zu erkennen: Oft hält er seine Hände fest, das wirkt fast verkrampft. Und man merkt es auch in der Stimme, die dann rau klingt und gepresst; er muss ackern, er muss schieben. Das wirkt alles andere als gelassen. Ein Arbeiter im Weinberg des Herrn. Keine Flughöhe, siehe oben.

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Und so schließt sich der Kreis: Der Modus ist entscheidend für rhetorischen Erfolg. Wer nur sich selbst spielt, verliert; wer die Balance zwischen Mensch und Rolle findet gewinnt. Rechthaber oder Gemeinsamkeitshersteller? Expertenmodus oder Executive Modus? Merkel ist auf der zweiten Schiene unterwegs, Schulz auf der ersten. Wenn die Kanzlerin ihr Amt verteidigen sollte und der Herausforderer die Wahl verlieren, dann liegt es auch daran.

Nichts zu danken.

Stefan Wachtel ist Executive Coach und bereitet beispielsweise Spitzenmanager auf öffentliche Auftritte vor. Er ist Mitglied der MeinungsMachervon manager-magazin.de. Trotzdem gibt diese Kolumne nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion des manager magazins wieder.

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