30.06.2017  Golfplätze, Schlösser, goldene Sänften

G20-Wahn - der total verrückte Luxus der Staatsoberhäupter

Eine Satire von
In Kürze auch in Hamburg? Das französische Schloss Versailles gäbe eine gute Unterkunft für Frankreichs Präsidenten Macron beim G20-Gipfel ab
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In Kürze auch in Hamburg? Das französische Schloss Versailles gäbe eine gute Unterkunft für Frankreichs Präsidenten Macron beim G20-Gipfel ab

In Deutschland prallen gerade Welten aufeinander. Oder besser gesagt: Zeiten.

Auf der einen Seite: Die Moderne, beispielsweise in Berlin, wo der Bundestag am Freitag der "Ehe für alle" zugestimmt hat. Und auf der anderen: Das Mittelalter, zum Beispiel in Hamburg, wo ein König aus dem Morgenland seinen Thron zum G20-Gipfel Anfang Juli mitbringt, um ihn für die Dauer seines Aufenthaltes im Ballsaal eines Luxushotels aufzustellen.

Mit einem Hofstaat von mehreren Hundert Leuten wird König Salman ibn Abd al-Aziz von Saudi-Arabien zum G20-Gipfel anreisen. Als Herberge hat er unter anderem das komplette Nobelhotel Vier Jahreszeiten angemietet, für die Dauer einer kompletten Woche, wie Hoteldirektor Ingo Peters im Interview mit manager magazin online erläuterte. Der König bringe unter anderem einen Mitarbeiter mit, dessen Aufgabe ausschließlich darin besteht, dem Monarchen den Tee zuzubereiten, so Peters. Und die Hotelzimmer, sagt der Vier-Jahreszeiten-Chef, werden für den Hochwohlgeborenen zum Teil eigens umgebaut ("Ein paar Wände müssen umgesetzt werden").

Immerhin, das Gerücht, der König von Saudi-Arabien bringe auch Kamele mit ins Vier Jahreszeiten, in der verständlichen Sorge, er müsse andernfalls auf seine allmorgendlichen Goldbecher mit Kamelmilch verzichten, wurde bislang nicht bestätigt. Dafür kommen aber immer mehr andere Details ans Licht, und zwar darüber, welche Annehmlichkeiten sich weitere Staatschefs während ihres Verweilens in der Hansestadt zum G20-Gipfel gönnen wollen:

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