23.12.2016  Mutmaßlicher Attentäter von Berlin erschossen

Erschossener in Mailand ist Anis Amri

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Liebe Leserinnen und Leser, wir beenden für heute unseren Newsblog über das tödliche Ende des mutmaßlichen Attentäters von Berlin, der in Mailand von zwei Streifenpolizisten erschossen wurde. Die Kollegen von Spiegel Online werden Sie mit den wichtigsten Nachrichten zu dem Fall auf dem Laufenden halten. Auch wir wünschen Ihnen friedliche Weihnachten.

15.01 Uhr: Erleichterung allerorten - auch bei Bundesinnenminister de Maizière. Er will Entwarnung aber nicht geben: "Mit dem Fahndungserfolg hat sich leider die terroristische Bedrohungslage für Deutschland nicht verändert. Sie bleibt hoch", sagt der Innenminister und fügt an: "Ich wünsche uns jetzt wirklich friedliche Weihnachten."

Keine Entwarnung: Minister Thomas de Maiziere
AFP
Keine Entwarnung: Minister Thomas de Maiziere

14.50 Uhr: Das IS-Sprachrohr Amak hat ein Video veröffentlicht, auf dem der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri zu sehen sein soll. Auf der knapp dreiminütigen Aufnahme schwört dieser dem Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue.

14.15 Uhr: Justizminister Heiko Maas (SPD) kündigt nach dem Tod von Amri Konsequenzen an und will mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in zwei entscheidenden Fragen schneller zu einer Lösung kommen: "Wie Ausreisepflichtige so schnell wie möglich abgeschoben werden und wie Gefährder noch besser überwacht werden können", sagt der Justiziminister.

13.50 Uhr: Auch der Mailänder Polizeipräsident Antonio de Iesu lobt ausdrücklich das Verhalten der beiden jungen Streifenpolizisten. Sie hätten sich vorbildlich verhalten und seien mutig gewesen. Sie hätten ihn kontrolliert, weil er ihnen auffällig vorgekommen sei. Amri habe die Polizisten vor den tödlichen Schüssen noch als "Bastarde" beschimpft.

13.40 Uhr: Es ist vor allem der Wachsamkeit der Mailänder Streifenpolizisten zu verdanken, dass Amri gefasst wurde. Denn Geheimdiensthinweise oder andere Hinweise darauf, dass sich der mutmaßliche Berlin-Attentäter nach Mailand abgesetzt hatte, hatte es nicht gegeben, sagt der Mailänder Polizei-Präsident.

13.30 Uhr: Nun bestätigt auch Generalbundesanwalt Peter Frank: Der mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri, ist tot. Die Ermittlungen würden mit Hochdruck weitergeführt und sich jetzt auf mögliche Helfer und Mitwisser konzentrieren, versichert Frank.

13.15 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei ist erleichtert. "Der Albtraum eines bewaffneten, frei herumlaufenden Terroristen hat ein Ende gefunden", sagt GdP-Chef Oliver Malchow. "Wir sind froh darüber, dass die italienischen Kollegen bei dem Zwischenfall in Mailand so professionell reagiert haben." Entwarnung wolle er jedoch nicht gegeben. "Unter anderem muss geklärt werden, ob und wo der getötete Anis Amri Hintermänner oder Unterstützer gehabt hatte."

12.40 Uhr: Die Polizei in Berlin ist erleichtert und dankt ihren Kollegen in Italien:

12.25 Uhr: Dass der mutmaßliche Amri als erklärter "Gefährder" offenbar nicht lückenlos überwacht wurde oder überwacht werden konnte, sorgt seit Tagen für heiße Diskussion. Auch eine weitere Frage werden Sicherheitsbehörden und Politik beantworten müssen: Wie konnte Amri nach der mutmaßlichen Amokfahrt laut Polizeiangaben mit dem Zug unbehelligt von Berlin über Frankreich nach Italien entkommen?

12.05 Uhr: Mit Erklärungen zu den Ereignissen im Mailand selbst taten sich Sprecher der Bundesregierung während der Pressekonferenz am Vormittag noch schwer. Nun dankt Berlin den italienischen Behörden immerhin für die Zusammenarbeit im Fall Amri. Es habe einen "sehr engen und vertrauensvollen" Informationstausch am Freitagvormittag gegeben, sagt gegen Mittag ein Sprecher des Auswärtigen Amts.

11.55 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere will sich im Laufe des Tages noch zu den Vorgängen rund um den Tod von Amri äußern, ein Sprecher an.

11.45 Uhr: Nach Informationen der Corriere della Serra soll Amri eine Pistole des Kaliber 22 bei sich getragen. Dabei soll es um das gleich Kaliber handeln, mit dem der polnische Fahrer des gekaperten Lkw erschossen wurde, heißt es in dem Bericht.

        Die Verbindungen des Anis Amri:        Die italienische Zeitung "La Stampa" zeigt in einer Grafik, welche Kontakte Amri zu radikalen Islamisten in Deutschland hatte. So habe der Tunesier mit <b>Hasan Celenk</b> in Duisburg in Verbindung gestanden. Celenk betreibt dort ein Reisebüro. Schon die beiden 16-Jährigen aus Gelsenkirchen und Essen, die einen Anschlag auf den indischen Sikh Temppel in Essen verübt hatten, seien dort aufgetaucht. In Kontakt stand Amri demnach aber auch zu <b>Boban S.</b> aus Dortmund. Der konvertierte Deutsch-Serbe gilt als IS-Unterstützer und war Mitte November festgenommen worden. (Screenshot "La Stampa Italia")
Die Verbindungen des Anis Amri: Die italienische Zeitung "La Stampa" zeigt in einer Grafik, welche Kontakte Amri zu radikalen Islamisten in Deutschland hatte. So habe der Tunesier mit <b>Hasan Celenk</b> in Duisburg in Verbindung gestanden. Celenk betreibt dort ein Reisebüro. Schon die beiden 16-Jährigen aus Gelsenkirchen und Essen, die einen Anschlag auf den indischen Sikh Temppel in Essen verübt hatten, seien dort aufgetaucht. In Kontakt stand Amri demnach aber auch zu <b>Boban S.</b> aus Dortmund. Der konvertierte Deutsch-Serbe gilt als IS-Unterstützer und war Mitte November festgenommen worden. (Screenshot "La Stampa Italia")

11.40 Uhr: Die Bundesregierung will zum Tod des Terrorverdächtigen Anis Amri in Mailand noch nicht offiziell Stellung nehmen. "Die Dinge sind im Fluss", sagt Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer in der zur Zeit laufenden Pressekonferenz. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums fügt aber hinzu: Sollten sich die Meldungen als zutreffend erweisen, "dann ist das Bundesinnenministerium erleichtert, dass von dieser Person keine Gefährdung mehr ausgeht".

11.25 Uhr: Die Zeitung La Stampa berichtet zur Stunde online über den vermutlichen Fluchtweg Amris nach Mailand. Dem Bericht zufolge fanden die Ermittler in Amris Rucksack ein Zugticket aus Frankreich. Demnach reiste der 24jährige über Chambery, gut 80 Kilometer östlich der Großstadt Lyon, mit einem Regionalzug zunächst nach Turin und von dort aus nach Mailand. Dort stieg er dem Bericht zufolge aus dem Zug, verließ den Bahnhof un d lief dann Richtung Platz 1. Mai im Stadtteil Sesto San Giovanni, wo er später von der Streife aufgegriffen wurde.

11.20 Uhr: Stunden zuvor hatte die Mutter des Terrorverdächtigen Anis Amri die europäischen Sicherheitsbehörden noch stark kritisiert. "Warum haben sie ihn nicht nach Tunesien geschickt? Warum wurde er nicht verurteilt? Warum wurde er nicht verhaftet?" "Die Sicherheitsleute in Italien und in Deutschland tragen die Verantwortung mit. Sie haben ihn schon zweimal oder dreimal erwischt", sagte Nour Alhoda Hassani in einem Interview mit der Deutschen Welle.

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