09.11.2016  Newsblog zur US-Wahl - Schlusswort des scheidenden Präsidenten

Obama wirbt für friedlichen Übergang - "Werdet jetzt nicht zynisch"

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US-Präsident Obama: "Demokratie ist manchmal hart und herausfordernd"
AP
US-Präsident Obama: "Demokratie ist manchmal hart und herausfordernd"

Den Showdown zwischen Hillary Clinton und Donald Trump begleitet manager magazin online im Newsblog: Nachrichten, Stimmen, Anekdoten zur US-Wahl.

Das Basis-Informationspaket: Das sollten Sie zur US-Wahl wissen


18.35 Uhr: Liebe Leser, an dieser Stelle beenden wir unseren Newsblog, mit dem wir Sie seit gestern Nacht durch die US-Wahl begleitet haben. Donald Trumps Wahlsieg markiert einen Wendepunkt - über die Konsequenzen werden wir auch in den kommenden Tagen ausführlich berichten. Bleiben Sie uns gewogen! Die Redaktion von manager magazin Online

18.30 Uhr: "Demokratie ist manchmal hart und herausfordernd", sagte Obama. An die Adresse der jungen Menschen sagte er: "Werdet jetzt nicht zynisch. Es bleibt richtig, für das zu kämpfen, an das man glaubt." Er selber habe schon Wahlen verloren - so sei das Wesen der Politik, wenn Menschen wählten. "Wir lecken unsere Wunden und gehen zurück in die Arena. Und beim nächsten Mal versuchen wir, es besser zu machen."

18.15 Uhr: US-Präsident Barack Obama will sich mit aller Kraft für eine friedliche Übergabe der Macht an seinen Nachfolger Donald Trump einsetzen. "Es ist kein Geheimnis, dass Trump und ich einige signifikante Unterschiede haben", sagte Obama am Mittwoch im Rosengarten des Weisen Hauses. "Aber denken wir acht Jahre zurück - auch George W. Bush und ich hatten einige solcher signifikanten Unterschiede", und trotzdem sei ein guter Übergang gelungen. "Ein friedlicher Übergang der Macht ist eines der wichtigsten Kennzeichen unserer Demokratie", sagte Obama. "Wir sind nicht zuerst Demokraten oder Republikaner, zuerst sind wir Amerikaner und Patrioten", sagte Obama. Das habe auch Trump in ihrem nächtlichen Telefongespräch zugesichert. "Die Präsidentschaft ist größer als wir", sagte Obama. Für Donnerstag hat Obama Trump ins Weiße Haus eingeladen, um die weitere Übergabe zu besprechen.

"Das ist schmerzhaft", sagte Hillary Clinton. Sie wandte sich auch an junge Frauen: "Gebt jetzt nicht auf"
REUTERS
"Das ist schmerzhaft", sagte Hillary Clinton. Sie wandte sich auch an junge Frauen: "Gebt jetzt nicht auf"

17.54 Uhr: Das war's: "Gott segne Sie, und Gott segne Amerika", sagt Hillary Clinton zum Schluss. Dann tritt sie ab, zur Musik von Bruce Springsteen.

17.52 Uhr: Clinton appelliert an die Verantwortung der US-Bürger, weiter an der Schaffung eines "faireren Amerikas" zu arbeiten. Das Gesetz, gleiche Rechte und Religionsfreiheit müssten respektiert und verteidigt werden, sagt die Demokratin vor ihren Anhängern. Ihre Fans sollten niemals aufhören zu kämpfen, denn es lohne sich immer, für die richtige Sache zu kämpfen, so Clinton.

17.50 Uhr: Das Wahlergebnis sei schmerzhaft und sie sei enttäuscht, sagte die frühere Außenministerin. Aber man müsse Trump die Chance geben, das Land zu führen. Den Frauen in ihrem Land sagte Clinton: "Eines Tages werden wir die gläserne Decke durchstoßen - hoffentlich früher als später". Viele Demokraten hoffen darauf, dass im Jahr 2020 Michelle Obama als erste US-Präsidentin ins Weiße Haus einziehen könne. Doch die Angst des weißen Mannes vor einer Frau im Weißen Haus war in diesem Jahr noch zu groß.

17.46 Uhr: Hillary Clinton hat Trump nach eigenen Worten die Zusammenarbeit angeboten. Sie hoffe, er werde ein erfolgreicher Präsident für alle US-Bürger sein. Besonders ausdrücklich bedankt sie sich bei Barack und Michelle Obama, denen das Land eine große Dankbarkeit schulde. Langer Beifall vom Publikum.

17.45 Uhr: Clinton bedankt sich und äußert ihre und die Enttäuschung der Fans über das Wahlergebnis. Es sei schmerzvoll und werde dies auch eine lange Zeit bleiben. Es gehe um das Land, dass tief gespalten sei. Hinter Clinton steht ihr Gatte, Ex-Präsident Bill Clinton, der offenbar Tränen zurückhalten muss.

17.41 Uhr: Clinton tritt ans Rednerpult, doch sie kommt kaum zu Wort. Ihre Fans jubeln.

17.35 Uhr: Es wird noch einmal spannend: In New York wird in wenigen Sekunden die unterlegene Demokratin Hillary Clinton auftreten und eine Rede zu ihrer Niederlage halten. Zunächst steht ihr Vize-Kandidat Tim Caine am Rednerpult und spricht ein paar lobende Worte über Clinton.

17.21 Uhr: Zwar hat Donald Trump längst die zur Wahl zum Präsidenten erforderlichen 270 Wahlmännerstimmen übertroffen. Noch läuft jedoch die Auszählung der Stimmen. Letzte Meldung: Hillary Clinton holt sich den Sieg in Minnesota. Das ist allerdings ein schwacher Trost: Clinton hat damit jetzt 228 Wahlmänner, gegenüber 289 Wahlmännern für Donald Trump.

16.56 Uhr: Die Finanzmärkte haben zwar milde auf den Sieg Trumps reagiert. Zu einigen Reaktionen kam es aber doch - und die gingen zumeist in die Richtung, in der sich die Verluste befinden. Das bedeutet nichts Gutes für die vielen Millionäre und Milliardäre weltweit, wie die Agentur Bloomberg berichtet. Nach Kalkulation der Agentur haben die 500 reichsten Personen weltweit am Mittwoch zeitweise 41 Milliarden Dollar an Vermögen eingebüßt. Einiges davon wurde aber wohl im Verlaufe des Tages wieder aufgeholt. Einer der größten Verlierer: Der Mexikaner Carlos Slim, der sich auf Rang 5 im weltweiten Reichsten-Ranking befindet. Slim allein verbuchte Verluste von gut fünf Milliarden Dollar, was etwa 9 Prozent seines Gesamtvermögens entspreche, so Bloomberg.

16.23 Uhr: Nicht nur die Finanzmärkte reagieren gelassen auf Trumps Wahlsieg. Auch die Rating-Agentur Fitch sieht kurzfristig keine Folgen für die Top-Bonitätsnote der USA. Sollte Trump seine Wahlversprechen aber umsetzen, werde die Bewertung mittelfristig negativer ausfallen, so Fitch.

16.10 Uhr: Hier das Statement von Bundeskanzlerin Merkel zum Wahlsieg von Donald Trump im Video:

15.55 Uhr: Nicht nur das Wahlergebnis weicht von so ziemlich allem ab, was Experten vorausgesagt hatten. Auch die Reaktion der Finanzmärkte darauf läuft etwas anders als befürchtet - um es einmal vorsichtig zu formulieren. Zwar tauchten die Börsen in Fernost und Europa unmittelbar nach dem Trump-Sieg zunächst einmal ab. Inzwischen hat sich das Bild aber gewandelt. Der deutsche Leitindex Dax schaffte es am Nachmittag sogar ins Plus. Den letzten Schub dorthin erhielt er von der Wall Street, die zum Start ebenfalls in der Gewinnzone notiert. Unseren laufenden Börsenbericht finden Sie übrigens hier.

15.16 Uhr: Kurios, aber dank des amerikanischen Wahlsystems möglich und wahr: Hillary Clinton hat das Rennen um das Weiße Haus zwar verloren, weil Kontrahent Donald Trump mehr Wahlmänner für sich gewinnen konnte. Nach Auszählung der absolut abgegebenen Wählerstimmen - dem sogenannten popular vote - liegt Clinton aber vor Trump. Zuletzt entfielen auf die Demokratin insgesamt 59.166.405 abgegebene Stimmen, der Republikaner erhielt mit 59.029.912 Stimmen rund 136.000 weniger. Pech für Clinton: Dieser Vorsprung ist leider in den USA überhaupt nichts wert.

14.35 Uhr: Die bei der US-Wahl unterlegene Demokratin Hillary Clinton ist bislang auf Tauchstation gegangen. Sie habe ihn angerufen, um zu gratulieren, sagte Wahlsieger Trump in seiner ersten Ansprache. Öffentlich ist Clinton aber seit ihrer Niederlage noch nicht in Erscheinung getreten. Das soll sich nun ändern: Clinton will um 16.30 Uhr MEZ eine Rede vor Mitarbeitern und Unterstützern in einem Hotel in New York halten (Achtung: die Zeit hat sich geändert, ursprünglich wollte Clinton schon im 15.30 Uhr MEZ sprechen).

13.40 Uhr: An der Börse ist nach dem ersten Schock am frühen Morgen Ruhe eingekehrt, der Dax notiert nur noch 0,8 Prozent im Minus. Pharmawerte wie Bayer und Fresenius zählen zu den größten Dax-Gewinnern, da die Pläne von Hillary Clinton, Preisgrenzen für Medikamente in den USA festzusetzen, nun vom Tisch sind. Dagegen geben die Autowerte Daimler , BMW und VW im Dax deutlich nach. Anleger fürchten Importbeschränkungen und Zollschranken unter Präsident Trump. Auch in seiner Siegesrede hatte Trump betont, das Wachstum in den USA zu verdoppeln.

12.44 Uhr: In der heißen Phase des Wahlkampfs hatten Trumps Berater dem Kandidaten das Twittern verboten, wohl damit dieser nicht durch einen unüberlegten Tweet seinen eigenen Erfolg gefährden könnte. Nun ist Trump aber wieder aktiv auf dem Kurznachrichtendienst:

Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Berlin
DPA
Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Berlin

12.06 Uhr: Eine Gratulation zum Wahlsieg an Donald Trump kommt nun auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Merkel bot Trump eine enge Zusammenarbeit an - und gab ein wenig den Oberlehrer: Angesichts der wirtschaftlichen und militärischen Stärke der USA erinnerte Merkel den künftigen US-Präsidenten an dessen Verantwortung für die weltweite Entwicklung. Vor dem Hintergrund von Trumps teils krassen Aussagen im Wahlkampf betonte die Kanzlerin zudem die Werte, die ihr bei einer Zusammenarbeit wichtig seien: "Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung".

11.55 Uhr: Diese Frage dürfte am heutigen Tage viele umtreiben: Warum lagen die Umfragen zur US-Wahl so daneben? Von 67 Umfragen in den vergangenen Tagen hatten nur vier Trump vorne gesehen. Noch während die Wahllokale schon geöffnet waren, sagten führende Markt- und Meinungsforscher - auch auf manager magazin online - mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Sieg von Hillary Clinton voraus. Damit lagen sie bekanntlich falsch - und nicht zum ersten Mal: Auch beim "Brexit" in Großbritannien im Juni dieses Jahres sah kaum jemand das Ergebnis richtig voraus.

Eine mögliche Erklärung: Die Wähler standen nicht zu ihrer Meinung - wie in England. Sie gaben den Meinungsforschern gegenüber vorab nicht zu, dass sie das unpopuläre, das politisch unkorrekte Kreuz setzen wollen. Und noch ein Effekt spielte wohl eine Rolle: Die Meinungsforscher unterschätzten die Zahl der Wähler, die 2012 nicht zur Wahl gegangen waren, es aber mit Donald Trump wieder lohnend fanden.

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