24.12.2017 
Das Mittelmeer in schrecklich schön

Die Jet-Setter von Ibiza

Von
Getty Images

Hippies und Hedgefonds, Models und Mogule: Die Partyinsel war immer schon mehr Weltanschauung als Urlaubsparadies. Jetzt hat die lebensfrohe Business-Society sie für sich entdeckt. Was bleibt von dem alten Zauber?

Die folgende Geschichte stammt aus der August-Ausgabe 2017 des manager magazins, die Ende Juli erschien. Wir veröffentlichen sie hier als Kostprobe unseres Journalismus' "Wirtschaft aus erster Hand". Damit Sie künftig früher bestmöglich informiert sind, empfehlen wir für das neue Jahr gleich ein Heft-Abo.

Alle sind sie da, aber den meisten wäre es lieber, wenn das keiner wüsste. Kolja Hebenstreit etwa, mit seinem Team Europe Multigründer und einer der wichtigsten Start-up-Investoren der Republik. Bekannt für seine rauschenden Geburtstagspartys in Berlin, mietete er jetzt kurz vor dem Börsengang von Delivery Hero auf Ibiza eine ganze Farm. Tagsüber Strategiesitzungen am Pool, abends wurde ordentlich gefeiert.

Einer der großen Berliner Digitalconférenciers gibt sich mit mieten nicht mehr zufrieden, er baut gerade ein Haus in seiner ibizenkischen Traumlocation. Und damit darüber nicht geredet wird, lässt er alle am Projekt Beteiligten Vertraulichkeitserklärungen unterschreiben.

Digitalo-Entrepreneur goes Ibiza - für viele Hauptstadtgründer war es keine weite Anreise, als Chris Glass, der Trendscout des "Soho House", dem Hang-out der Szene, vor ein paar Wochen zu seinem 40. Geburtstag auf die Insel lud.

Fabian Schmidt, Gründer und Chef von Fanmiles, verbringt seit Jahren viele Wochenenden auf Ibiza. Er philosophiert gern und lange darüber, dass die Insel für die gleichen Werte stehe wie das neue Berlin: "Liberalität und Toleranz, Offenheit und Inklusion". Das zähle für ihn im Business wie privat. Da macht er "keine Kompromisse".

Ibiza ist längst mehr als nur eine schöne Insel. Es ist Statement, fast schon Weltanschauung.

Wer Ibiza hört, denkt an Hollywoodstars, Oligarchen, Mogule, Models. Und natürlich: Party. Bei Jimmy am Coco Beach schlägt im Sommer von den Hells Angels über Helene Fischer bis zu Ronaldo und Messi so ziemlich alles auf. In Klubs wie dem "Pacha" und dem "Ushuaïa" wird die VIP-Crowd bespaßt von Star-DJs wie David Guetta, Sven Väth oder Mladen Solomun, die für einen zweistündigen Auftritt 300.000 Euro kassieren sollen.

Party, People, Prominenz - das kennt man ja von Ibiza. Nun aber entdeckt auch der kreative, unorthodoxe Teil der globalen Wirtschaftselite die Insel zunehmend für sich: Eine unfassbare Ansammlung von Milliarden, Macht und Herrschertiteln kommt da inzwischen zusammen, und von Sommer zu Sommer wird sie größer.

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