27.06.2018  Die besten Bonusprogramme der Hotels

Wo sich Punktesammeln richtig lohnt

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Luxuriöse Wasservillen, ein Unterwasserrestaurant, eine 500 Meter lange Brücke über eine türkisfarbene Bucht, in der Mantarochen ihre Bahnen ziehen. Das "Conrad Maldives Rangali Island" Resort kann man buchen. Was man nicht dazubuchen muss: den opulenten Obstkorb und die Flasche Champagner, die bei Anreise auf dem Zimmer warten, die leckeren Törtchen, die nachmittags serviert werden, sowie die Drinks und Snacks in der Happy Hour. All das ist gratis - zumindest für die Gold- und Diamond-Mitglieder des Hilton-Treueprogramms.

Das Ranking der weltweit wichtigsten Hotelbonusprogramme. Club Carlson heißt mittlerweile Radisson Rewards.
Das Ranking der weltweit wichtigsten Hotelbonusprogramme. Club Carlson heißt mittlerweile Radisson Rewards.

Wohlfühlfaktor Bonuspunkte - Alexander Koenig, Gründer der Vielflieger- und Reiseberatung First Class & More, untersucht seit Jahren, wie die großen Hotelketten ihre Kunden "an sich zu binden versuchen". Exklusiv für manager magazin hat Koenig errechnet, welche Programme der Hoteliers sich für deutsche Gäste besonders lohnen. Die Studie beschränkt sich auf Ketten mit vielen Vier-Sterne-Plus- und Fünf-Sterne-Häusern - und umfasst nur jene Programme, die im Tausch für gesammelte Punkte Freinächte anbieten (siehe Tabelle links). Koenigs Fazit: "Wer sich nicht registriert, verschenkt bares Geld."

Allerdings hat im Vergleich zur Studie vor drei Jahren der Punktewert abgenommen. Bedeutet: Für eine kostenlose Übernachtung gehen heute mehr Punkte drauf. Dafür bieten die Hotels mehr Statusvorteile und andere Benefits. Das Members-only-Paket, mit dem die Bonusprogramm-Mitglieder sich vom Rest der Gäste abheben: früher Check-in, später Check-out, Gratisfrühstück, besonders schnelles Internet, exklusive Events sowie Zimmer-Upgrades; bei Starwood und Hyatt bekommen Topmitglieder sogar eine Suite zum Zimmerpreis.

Punktesammeln lohnt sich selbst für Gäste, die nur selten in Hotels absteigen. Wer 48 Euro in die Hilton-Kreditkarte investiert, ist (ohne eine einzige Übernachtung) automatisch Gold-Member bei Hilton Honors und kann gratis frühstücken, Upgrades einfordern - oder sich auf den Malediven täglich zur Happy Hour mit Häppchen eindecken. Beim Rivalen Accor lohnt es sich, jährlich 90 Euro für die Ibis- Business-Card auszugeben. Mit der Budget-Häuser-Karte erlangt man den Accor-Goldstatus, was den Aufenthalt in den Sofitel-Luxusherbergen komfortabler macht.

Sieger des diesjährigen Rankings ist indes Starwood mit seinem Preferred-Guest-Programm, kurz SPG. Die Ketten Marriott und Starwood fusionierten 2016 zum weltgrößten Hotelkonzern, mit 6500 Hotels und mehr als einer Million Betten, die unter gut 30 Marken geführt werden, darunter Ritz-Carlton, Sheraton und Westin.

SPG hat das beste Portfolio an Luxushäusern. (Club Carlson heißt mittlerweile Radisson Rewards.)
SPG hat das beste Portfolio an Luxushäusern. (Club Carlson heißt mittlerweile Radisson Rewards.)

Reiseexperte Koenig hält das Produktportfolio des Konzerns für "hervorragend": Drei von vier Häusern der Kette zählen zum gehobenen Segment (siehe Grafik links), mehr als bei jeder anderen. Noch dazu decken sie die beliebtesten Reiseziele ab. Skurril: Wer mit 50 Übernachtungen bei Starwood den Platinum-Status erlangt, erhält ihn zugleich auch für Marriott, obwohl man dafür dort 75 Nächte bräuchte. Ab August 2018 werden die Programme von Starwood, Marriott und Ritz-Carlton angeglichen. Es gibt dann trotz unterschiedlicher Namen im Hintergrund nur noch ein Bonusprogramm, das ab 2019 dann auch unter einem gemeinsamen Namen laufen soll.

Vielflieger können beim SPG-Programm Hotelpunkte in Flugmeilen umwandeln. Und gelegentlich gibt es Angebote mit Erlebnischarakter: VIP-Karten für Konzerte (inklusive Backstage-Pass) oder persönliche Treffen mit Formel-1-Fahrern. Was allerdings sehr viele Punkte kostet. Die einzige Schwäche des SPG-Pakets sieht Koenig in dessen niedrigem Payback-Wert. Bei den geldwerten Freinächten, die ein Gast für seine Punkte bekommt, schneidet Hyatt besser ab.

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