23.06.2017  Wirtschaftskultur: "Barking up the wrong Tree" von Eric Barker

Erfolgsmaschen für die Karriere

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 Von grossen Männern lernen: Weltkriegspremier Winston Churchill und Apple-Genie Steve Jobs (im Bild) gehören zum Standardrepertoire einer jeden Karrierefibel
AFP
Von grossen Männern lernen: Weltkriegspremier Winston Churchill und Apple-Genie Steve Jobs (im Bild) gehören zum Standardrepertoire einer jeden Karrierefibel

Der Karriereratgeber von US-Autor Eric Barker ist unterhaltsam, aber wenig überraschend.

Karriereratgeber sind ein schwieriges Metier. Persönlicher Erfolg funktioniert nicht nach Kochrezept, und trotzdem hätte jeder ambitionierte Aufsteiger gern ein paar Tipps. Als Autor kann man eigentlich nicht mehr tun, als die Antworten auf die ewig gleichen Fragen frisch zu verpacken.

Buchtipp

Eric Barker
Barking up the wrong Tree: The Surprising Science Behind Why Everything You Know About Success Is (Mostly) Wrong (Englisch)

HarperOne, 320 Seiten, gebunden, Mai 2017, 16,99 Euro

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Amerikanern gelingt dies in der Regel besonders gut. Eric Barker ist ein neues Talent unter den Karrierefibelschreibern. Sein Titel "Barking Up the Wrong Tree" hat es direkt nach Erscheinen im Mai auf die Bestsellerliste des "Wall Street Journal" gebracht. Barker war früher mal Drehbuchschreiber, hat ein eigenes Blog (www.bakadesuyo.com), seine Texte werden auf den Internetseiten von "Time" und "Wired" gepostet.

Hier geht es zu den Wirtschafts-Bestellern vom manager magazinDie Weisheiten als Lifestyle-Architekt fischt Barker aus den Tümpeln der Neurowissenschaften, der Philosophie und Psychologie, was auch schon keine ganz neue Masche mehr ist. Und er orientiert sich an historischen Persönlichkeiten. Neben Britanniens großem Premier Winston Churchill, dem Pianisten Glenn Gould und dem genialen Mathematiker Paul Erdös kommt auch Apple-Gründer Steve Jobs vor - wie in gefühlt jedem Werk der letzten 15 Jahre, das mit Selbstmanagement zu tun hat.

Die assoziativen Argumentationsketten, die Barker daraus bildet, verlaufen etwa so: Die Jahrgangsbesten in der Schule sind nicht die Erfolgreichsten im Leben - Schule belohnt Anpassung - Anpassung funktioniert nur unter Normalbedingungen - in der Krise muss der Regelbrecher ran - Auftritt Churchill. Es wäre interessant zu erfahren, wie Barker Donald Trump einordnet, doch dessen Regelbrüche sind ihm wohl zu heiß, der US-Präsident wird mit keinem Wort erwähnt.

Immerhin, das Buch ist unterhaltsam geschrieben und birgt durchaus das ein oder andere neue Detail. Der Untertitel "Warum nahezu alles falsch ist, was Sie bislang über Erfolg wissen" ist natürlich maßlos übertrieben. Trump hätte also gut mit reingepasst.

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