13.06.2017  Achten Sie auf: Martin Eisenhut, A. T. Kearney

Von Roland Berger, gegen Roland Berger

Von
Dr. Martin Eisenhut Deutschland-Chef der Unternehmensberatung A. T. Kearney
Marina Rosa Weigl für manager magazin
Dr. Martin Eisenhut Deutschland-Chef der Unternehmensberatung A. T. Kearney

Der neue Deutschland-Chef macht seinem ehemaligen Arbeitgeber Roland Berger Konkurrenz.

Das folgende, minimal veränderte Porträt stammt aus der Januar-Ausgabe 2017 des manager magazins.

Sein Händedruck ist Marke Schraubstock. Was daran liegen mag, dass Martin Eisenhut (53) einen Gesellenbrief als Maschinenschlosser besitzt und regelmäßig sägt und feilt an seiner Werkbank im Gartenhäuschen. Im Hauptamt hat der Oberfranke dem Handwerk verwandte Sorgen. Seit Silvester muss er höchstoffiziell als neuer Deutschland-Chef die Unternehmensberatung A. T. Kearney gerade ausrichten und schwungvoll antreiben. Er löst Martin Sonnenschein (52) ab, der nach sieben Jahren ins Beraterglied rückt.

Eisenhut, ein drahtiger Kerl, der zum Lachen keinen Keller braucht, gilt als integrer Integrator; visionäre Zauberkräfte gingen ihm ab, sagen Weggefährten.

Seine Ernennung war eine überraschende, geradezu sensationelle Wahl. Er ist erst knapp zwei Jahre dabei, kam vom Konkurrenten Roland Berger; dort hatte er die Industriegütersparte geleitet. Vor, mit und nach ihm wechselten weitere Berger-Flüchtlinge, alteingesessene Kearneyisten sprachen bereits von einer freundlichen Übernahme. Die Kohorte umfasst gut und gern ein Dutzend.

Sie hocken beieinander im Düsseldorfer Dreischeibenhaus. A. T. Kearney residiert in den Etagen 20 und 21; die lokalen Berger-Rivalen haben ihre Schreibtische weiter unten. "Ich bin im Guten gegangen", sagt Eisenhut, er treffe seine Ex-Kollegen immer noch gern.

Kearney wird geschätzt für Dienste im Sinne einer effizienteren Produktion - im Powerpoint-Jargon "Operations" genannt. Dort sieht man sich als Nummer eins in Deutschland. Der Neue will es breiter: Marketing, Vertrieb und Restrukturierung, also die ganzheitliche Gesundung einer Firma, Bergers Kerngeschäft.

Kearney braucht neue Felder, die Beratung hängt im Branchenmittelfeld fest, mit einem weltweiten Umsatz von rund einer Milliarde Euro (McKinsey: acht). Die Größe reiche aus, findet Eisenhut. "Man kann in Know-how investieren und sich eine gewisse Individualität bewahren."

Seine individuellen Wurzeln bleiben im Münchener Süden. Er wohnt dort mit Frau, zwei schulpflichtigen Kindern, Hund - und Werkbank.

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